Ständiges Fließen

Meditation ist kein Zustand der Konzentration. Bei der Konzentration ist ein Selbst da, das sich konzentriert, und ein Gegenstand, auf den sich das Selbst konzentriert. Es gibt Dualität. Im Zustand der Meditation gibt es niemanden, der innen ist, und nichts, das außen ist. Er ist nicht Konzentration. Es besteht keine Trennung zwischen dem Inneren und dem Äußeren. Das Innere fließt in das Äußere und das Äußere fließt in das Innere, es ist ein ständiges Fließen.

Rajneesh Chandra Mohan Jain (1931 – 1990)

Die ganze Schöpfung ist in dir

Die gesamte Schöpfung existiert in dir,
und alles, was in dir ist,
existiert auch in der Schöpfung.

Es gibt keine Grenze
zwischen dir und einem Gegenstand,
der dir ganz nahe ist,
genauso wie es keine Entfernung
zwischen dir und sehr weit entfernten Gegenständen gibt.

Alle Dinge,
die kleinsten und größten,
die niedrigsten und höchsten
sind in dir vorhanden als ebenbürtig.

Ein einziges Atom
enthält alle Elemente der Erde.
Eine einzige Bewegung des Geistes
beinhaltet alle Gesetze des Lebens.
In einem einzigen Tropfen Wasser
findet man das Geheimnis des endlosen Ozeans.

Eine einzige Erscheinungsform deiner selbst
enthält alle Erscheinungsformen des Lebens überhaupt.

Khalil Gibran (1883-1931)

Leer, allgegenwärtig, still und rein

Unser ursprüngliches Buddha-Wesen ist,
vom Standpunkt der höchsten Wahrheit,
ohne das geringste Teilchen von Gegenständlichkeit.

Es ist leer, allgegenwärtig, still und rein.

Es ist herrliche und geheimnisvoll friedvolle Freude –
nichts anderes.
Dringe tief in es ein,
indem du selbst dazu erwachst.

Huang Po (um 850)

Sammlung: ein anderes Wort für Achtsamkeit

Ein anderes Wort für Achtsamkeit ist Sammlung. Wer gesammelt ist, der bringt in sich das Verschiedene und Zerstreute zusammen. Er ist mit sich selbst vereinigt. Er ist eins mit sich, eins mit dem, was er tut. Er lässt sich nicht von den verschiedensten Dingen und Tätigkeiten ablenken. Er bringt alles zusammen. Das Wort Sammlung klingt in allen Worten an, die mit dem Suffix „sam“ enden. Der Acht“same“ bringt die Achtung, die Überlegung mit seinem Tun, mit dem Gegenstand, den er berührt, mit dem Augenblick zusammen. Der Behut-„same“ verbindet die Hut, den Schutz, mit dem, was er tut. Er breitet über alles, was er tut, seine Fürsorge, seine Obhut, seine Bewachung. Er ist wach bei dem, was er tut. Und das Wort „Sammlung“ ist eingegangen in das Wort „sanft“. Sanft ist der, der friedlich zusammen ist mit den Menschen und mit den Dingen, mit denen er umgeht. So führt die Sammlung heraus aus der Zerstreuung, aus der Ablenkung, aus der Unruhe, und hinein in ein gesammeltes, achtsames, sanftes Tun. Wer zusammen ist mit dem, was er berührt, der geht sanft damit um.

Anselm Grün (*1945)

Werde eins mit dem Einen

Solange der Mensch mit den Bildern, die unter uns sind, beschäftigt ist und damit umgeht, wird er, so glaube ich, niemals in diesen Grund gelangen. Es gilt uns als Aberglaube, anzunehmen, dass dieser Grund in uns sei; wir können nicht glauben, dass dergleichen sei und in uns sei. Daher, willst du erfahren, dass er besteht, so lass alle Mannigfaltigkeit fahren, und betrachte nur diesen einen Gegenstand mit den Augen deines Verstandes; willst du aber höher steigen, so lass das vernünftige Hinsehen und Ansehen, denn die Vernunft liegt unter dir, und werde eins mit dem Einen. Und er nennt das Eine eine göttliche Finsternis, still, schweigend, schlafend, übersinnlich.

Proklos (412 – 485)

Alle Bilder gehen lassen

Glücklich der Mensch, der ständig alle Bilder gehen lässt, nach innen schaut und den Geist zu Gott erhebt, so dass er zuletzt alle Hindernisse vergisst und hinter sich lässt, denn nur so kann er sich innerlich mit dem nackten, reinen, einfachen Geist und mit den Gefühlen auf Gott, den reinsten und einfachsten Gegenstand, konzentrieren.

Albertus Magnus (*um 1200 – 1280)  zugeschrieben

Die Schöpfung in dir

Die gesamte Schöpfung existiert in dir, und alles, was in dir ist, existiert auch in der Schöpfung. Es gibt keine Grenze zwischen dir und einem Gegenstand, der dir ganz nahe ist, genauso wie es keine Entfernung zwischen dir und sehr weit entfernten Gegenständen gibt. Alle Dinge, die kleinsten und größten, die niedrigsten und höchsten sind in dir vorhanden als ebenbürtig. Ein einziges Atom enthält alle Elemente der Erde. Eine einzige Bewegung des Geistes beinhaltet alle Gesetze des Lebens. In einem einzigen Tropfen Wasser findet man das Geheimnis des endlosen Ozeans. Eine einzige Erscheinungsform deiner selbst enthält alle Erscheinungsformen des Lebens überhaupt.

Khalil Gibran (1883-1931)