Alles was in der Gottheit ist ist eins

 

Als ich in dem Grunde, in dem Boden in dem Fluss und in der Quelle der Gottheit stand, da fragte mich niemand, wohin ich wollte oder was ich täte: Da war niemand, der mich fragte. Als ich floss, da sprachen alle Kreaturen Gott. Fragte man mich: Bruder Eckhart, wann gingt Ihr aus dem Hause? Da war ich drinnen. So sprechen alle Kreaturen von Gott. Und warum sprechen sie nichts von der Gottheit? Alles, was in der Gottheit ist, ist eins, und davon ist nichts zu sprechen.

Meister Eckhart (1260 – 1328) in seiner Predigt „Von unsagbaren Dingen“. Erschienen in: Meister Eckharts mystische Schriften Aus dem Mittelhochdeutschen in unsere Sprache übertragen von Gustav Landauer Berlin 1903

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Meister Eckhart: Von unsagbaren Dingen

Als ich in dem Grunde, in dem Boden in dem Fluss und in der Quelle der Gottheit stand, da fragte mich niemand, wohin ich wollte oder was ich täte: Da war niemand, der mich fragte. Als ich floss, da sprachen alle Kreaturen Gott. Fragte man mich: Bruder Eckhart, wann gingt Ihr aus dem Hause? Da war ich drinnen. So sprechen alle Kreaturen von Gott. Und warum sprechen sie nichts von der Gottheit? Alles, was in der Gottheit ist, ist eins, und davon ist nichts zu sprechen.

Meister Eckhart (1260 – 1328) in seiner Predigt „Von unsagbaren Dingen“. Erschienen in: Meister Eckharts mystische Schriften Aus dem Mittelhochdeutschen in unsere Sprache übertragen von Gustav Landauer Berlin 1903

Die Weisheit kommt zu uns

Wer lernt,
muss leiden.
Und selbst im Schlaf
fällt unvergessener Schmerz,
Tropfen für Tropfen
auf das Herz.

Und ganz und gar
gegen unseren Willen
kommt die Weisheit,
kommt zu uns
durch die schreckliche
Gnade Gottes.

Aischylos (525-456 v.u.Z.)

Gegen unseren Willen kommt die Weisheit zu uns

Wer lernt, muss leiden.
und selbst im Schlaf
fällt unvergessener Schmerz,
Tropfen für Tropfen
auf das Herz.
Und ganz und gar
gegen unseren Willen
kommt die Weisheit,
kommt zu uns,
durch die schreckliche Gnade Gottes.

Aischylos (525 – 456 v.u.Z.)

Kosmischer Spiegel

Wenn du in er Lage bist, dich zu entspannen – dich für eine Wolke öffnen, die du siehst, einen Regentropfen in seiner ganzen Wirklichkeit erfahren -, so kannst du die Unbedingtheit der Wirklichkeit direkt sehen: Sie ist in den Dingen, so wie sie sind, ganz einfach.
Wenn du die Dinge anschauen kannst, ohne zu sagen: „Dies ist für mich, das ist gegen mich“, oder „Hiermit stimme ich überein, damit nicht“, dann erfährst du den Seinszustand des kosmischen Spiegels, die Weisheit des kosmischen Spiegels.
Ob du eine Fliege vorbeisummen oder eine Schneeflocke fallen siehst, ob es Wellen im Wasser sind oder eine schwarze Spinne – all das nimmst du einfach wahr, in vollkommener Aufnahmebereitschaft, ohne „Ja“ und „Nein“.

Chögyam Trungpa (1940 -1987)