Du bist nicht, was du wahrnimmst

Um zu wissen, wer du bist,
musst du zunächst
untersuchen und kennen,
was du nicht bist.

Entdecke alles, was du nicht bist:
Körper, Gefühle, Gedanken,
Zeit, Raum, dies und das.

Nichts,
was du konkret oder abstrakt wahrnimmst,
kannst du sein.

Eben dieser Vorgang der Wahrnehmung zeigt,
dass du nicht bist,
was du wahrnimmst.

Sri Maharaj Nisargadatta (1897-1981)

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Kosmische Liebe

Wir spüren Gott überall, wie den Atem.
Wir intensivieren ihn um uns herum, indem wir die Welt vergeistigen.
Wir können also im Herzen des Universums Gott betasten.
Die kosmische Liebe kann als Vermittler dienen,
um die personale Liebe zu vergöttlichen.
Sie ist ein privilegierter Punkt der Vergöttlichung der Gefühle.

Teilhard de Chardin (1881 – 1955)

Spirituelle Freiheit

Die Fliege,
die den Honig berührt,
kann die Flügel
nicht mehr bewegen.

Wer sich
an süße Gefühle klammert,
zerstört
seine spirituelle Freiheit
und verhindert
die Kontemplation.

Johannes vom Kreuz  (1543 – 1591)

Leben im gegenwärtigen Augenblick

Der Mensch ist die Summe
seiner Gedanken, Gefühle
und Handlungen.

Wenn wir wirklich lebendig
sind, ist alles, was wir tun
oder spüren, ein Wunder.

Achtsamkeit zu üben bedeutet,
zum Leben im gegenwärtigen
Augenblick zurückzukehren.

Thich Nhat Hanh (*1926)

Spirituelle Freiheit

Die Fliege, die den Honig berührt, kann die Flügel nicht mehr bewegen.

Wer sich an süße Gefühle klammert, zerstört seine spirituelle Freiheit und verhindert die Kontemplation.

Johannes vom Kreuz  (1543 – 1591)

Empfehlungen für Zen-Schüler

In der Welt leben, aber nicht am Staub der Welt festhalten oder Bindungen schaffen: das ist der Weg des wahren Zen-Schülers.

Wenn du siehst, wie jemand gute Taten vollbringt, sporne dich an, seinem guten Beispiel zu folgen. Hörst du aber, dass jemand falsch gehandelt hat, nimm dir vor, selbst nicht ebenso zu handeln.

Auch wenn du dich allein in einem dunklen Raum befindest, benimm dich so, als ob ein hoher Gast bei dir wäre.

Drücke deine Gefühle aus, drücke aber nicht mehr aus, als du wirklich fühlst.

Armut ist dein Reichtum. Tausche sie nicht gegen ein bequemes Leben ein.

Ein Mensch mag wie ein Narr erscheinen, ohne dumm zu sein. Vielleicht will er seine Weisheit bewahren und hütet sie sorgfältig.

Tugend ist das Ergebnis von Selbstdisziplin und fällt nicht von alleine vom Himmel wie Regen oder Hagel.

Bescheidenheit ist die Grundlage aller Tugenden. Lass die anderen dich finden, bevor du dich ihnen zu erkennen gibst.

Ein edles Herz drängt sich nicht vor. Es äußert sich nur selten, so wie man wertvolle Edelsteine nur selten herzeigt.

Jeder Tag ist ein guter Tag für den wahren Schüler. Die Zeit vergeht, er fällt aber nie zurück.

Weder Ruhm noch Schande kann sein Herz bewegen.

Diskutiere nicht über Richtig und Falsch. Kritisiere immer dich selbst und nie andere.

Einige Dinge wurden lange Zeit für falsch angesehen, obwohl sie richtig waren. Da der Wert der Rechtschaffenheit vielleicht erst Jahrhunderte später erkannt wird, ist es unnötig, sofortige Wertschätzung zu erwarten.

Warum überlässt du nicht alles dem großen Gesetz des Universums und lebst jeden Tag mit einem friedlichen Lächeln?

Genaue biographische Daten von Zengetsu, dem Autoren der Empfehlungen, sind nicht bekannt. Bekannt ist allerdings, dass er Schüler von Tokusan (782 – 865) und Sekiso (807 – 888) gewesen ist.

Wer hat ihn geschaut?

Wie kann man erkennen, dass jemand ihn geschaut hat? Wer ihn geschaut hat, besitzt vier Merkmale. Erstens, er hat die Gefühle eines kleinen Jungen; zweitens, er benimmt sich wie ein Unhold; drittens, er ist bewegungslos wie ein Ding; viertens, er verhält sich wie ein Narr. Wer ihn geschaut hat, fühlt sich wie ein kleiner Junge. Er ist jenseits aller festen Verhaltensweisen, er fühlt sich an keine gebunden. Dann macht er keinen Unterschied zwischen Heiligem und Unheiligem – wie ein Unhold. Dann lacht er einmal und weint dann wieder, wie ein Narr; manchmal ist er wie ein Herr gekleidet, kurz darauf läuft er, seine Kleider unterm Arm, nackt umher, wie ein Verrückter. Manchmal sitzt er auch nur stumm da wie ein Ding.

Ramakrishna (1836-1886)