Sag mir ein Wort dass ich davon lebe

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„Abba Evagrios hat gesagt: ,Einmal ging ich zu Abba Makarios, geplagt von den Gedanken der Leidenschaften des Leibes. Ich sagte zu ihm: ,Mein Vater, sag‘ mir ein Wort, daß ich davon lebe!‘

Abba Makarios antwortete mir: ,Befestige das Tau am Pflock, und durch die Gnade unseres Herrn Jesus Christus wird die Barke die dämonischen Wellen durchqueren, die Wogen dieses schlammigen Meeres und die Dunkelheit der Finsternis dieser eitlen Welt.‘

Ich sagte zu ihm: ,Was bedeutet die Barke, was das Tau und was der Pflock?‘

Abba Makarios sagte zu mir: ,Die Barke, das ist dein Herz: behüte es. Das Tau, das ist dein Intellekt: befestige ihn an unserem Herrn Jesus Christus, der der Pflock ist. Er hat Macht über alle Wogen und dämonischen Wellen, die die Heiligen bekämpfen. In der Tat, ist es nicht ein leichtes, bei jedem Atemzug zu sagen: Mein Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner! Ich preise dich, mein Herr Jesus! Und wenn du von den Leidenschaften bedrängt wirst und den Widerwärtigkeiten dieser Welt, zu sagen: Mein Herr Jesus, komm mir zu Hilfe? Während der Fisch noch die Welle verschlingt, ist er schon gefangen, ohne es zu merken…'“

Den eigenen Platz einnnehmen

Hätte sich aber ein Fisch vorgenommen,
zuerst über die Grenzen des Wassers hinauszugelangen
und dann ins Wasser zu gehen,
und ein Vogel erst dann in den Himmel zu fliegen,
wenn er über die Grenzen des Himmels hinausgelangt wäre,
dann könnten der Fisch und der Vogel
niemals ihren Weg und ihren Ort
im Wasser oder im Himmel finden.

Kigen Dogen (1199-1253)

Die eigene Seele finden

Ich lache, wenn ich höre, der Fisch dürstet im Wasser. Du siehst nicht, dass Zuhause die Wirklichkeit ist, und du wanderst von Wald zu Wald lustlos! Hier ist die Wahrheit! Gehe hin, wo immer du willst, nach Benares oder Mathura – wenn du die eigene Seele nicht findest, bleibt dir die Welt unwirklich.

Kabir (1440-1518)

Fischen in einem trockenen Loch

Für die Zukunft zu planen,
gleicht dem Fischen
in einem trockenen Loch;
nie läuft etwas,
wie du es dir wünschst.

Gib also all dein ehrgeiziges Planen auf.
Wenn du unbedingt an etwas denken musst –
dann denk an die Ungewissheit
deiner Todesstunde.

Gyalse Rinpoche (1743-1811)

Gib ehrgeiziges Planen auf

Für die Zukunft zu planen,
gleicht dem Fischen in einem trockenen Loch;
nie läuft etwas, wie du es dir wünschst.

Gib also all dein ehrgeiziges Planen auf.
Wenn du unbedingt an etwas denken musst –
dann denk an die Ungewissheit deiner Todesstunde.

Gyalse Rinpoche (1743-1811)

Den Weg finden

Hätte sich aber ein Fisch vorgenommen, zuerst über die Grenzen des Wassers hinauszugelangen und dann ins Wasser zu gehen, und ein Vogel erst dann in den Himmel zu fliegen, wenn er über die Grenzen des Himmels hinausgelangt wäre, dann könnten der Fisch und der Vogel niemals ihren Weg und ihren Ort im Wasser oder im Himmel finden.

Dogen (1199-1253)

Fisch dürstet im Wasser

Ich lache, wenn ich höre,
der Fisch dürstet im Wasser.

Du siehst nicht, dass Zuhause die Wirklichkeit ist,
und du wanderst von Wald zu Wald lustlos!

Hier ist die Wahrheit!
Gehe hin, wo immer du willst, nach Benares oder Mathura –
wenn du die eigene Seele nicht findest,
bleibt dir die Welt unwirklich.

Kabir (1440-1518)