Die Wolke des Nichtwissens

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Eine der wichtigsten Aussagen über Mystik in der westlichen Hemisphäre ist das Buch „Die Wolke des Nichtwissens“. Der Name des Autors ist nicht bekannt; es ist gut, dass wir nicht wissen, wer es geschrieben hat. Es deutet auf eines hin: dass er, bevor er es schrieb, in einer Wolke des Nichtwissens verschwunden war. Es ist das einzige Buch in der westlichen Welt, das den Upanishaden, dem Tao Te Ching, nahe kommt, dem Dhammapada. Es gibt eine seltene Einsicht darin:

Zuerst nennt er es eine Wolke. Eine Wolke ist vage, hat keine definierbaren Grenzen. Sie ist ständig im Wandel; sie ist nicht statisch – niemals, nicht einmal für zwei aufeinanderfolgende Momente, ist sie dieselbe. Sie ist ein Fluss, sie ist reine Veränderung. Und es gibt nichts Substantielles darin. Wenn Sie es in der Hand halten, bleibt nur Nebel übrig, sonst nichts. Vielleicht werden deine Hände nass, aber du wirst keine Wolke in deiner Faust finden.

Chandra Mohan Jain (1931 – 1990) in „Theologia Mystica“

Zum Sehen geboren…

„Zum Sehen geboren, zum Schauen bestellt“. So heißt es bei Lynkeus dem Türmer in Goethes Faust II. An diese Zeilen im Lied des Türmers musste ich denken, als ich den Erker sah, den der Erlanger Maler Herbert Martius vor einigen Jahren in seiner Wohnung ausgemalt hat.

Der „Turm des Ikarus“ bedarf keiner Erläuterung. Ihn sehen zu können ist jetzt aktuell in einem 360 Grad Panorama möglich:

http://www.martius-werkschau.de/pano/

Auf der Seite www.martius-werkschau.de wird außerdem auf Leben und Werk von Herbert Martius (1924 – 2009) wie auf das dichterische Schaffen seiner Frau Irmgard-Martius-Busch hingewiesen.