Mystische Verschmelzung

Die umarmende Geschlechtsliebe ist die innigste und reifste erotische Liebesart,
die mystische Frömmigkeit ist die innigste und reifste Religiosität.
Die mystische Verschmelzung von Mann und Weib ist ein Gleichnis dafür, dass wir fähig sind, den Austritt aus der Individualität und den Aufstieg in die Fülle der Ganzheit anschaulich zu erleben.
Die mystische Verschmelzung von Mensch und Gott ist die vollendetste Ausprägung der Liebesreligion.

Walter Schubart  (1897 – † nach 1941 ) in „Religion und Eros“, S. 143

Im Einklang mit dem Wohl

Es scheint geradezu das Ziel unserer Gesellschaft zu sein, die Menschen der Verantwortung für ihr Leben und Handeln zu entheben.

Der Weg der Transformation muss das genaue Gegenteil sein. Wohin er uns sonst auch führen mag, er muss uns zu freien, verantwortlichen Individuen machen, die fähig sind, ihr Leben im Einklang mit dem größten objektiven Wohl zu gestalten.

John G. Bennett (1897–1974)

Glück und Frieden

Wenn du meinst, Glück und Frieden ließen sich woanders finden und du müsstest ihnen nachlaufen, kommst du niemals an dein Ziel. Erst, wenn du erkennst, dass Frieden und Glücklichsein hier und in diesem Moment gegenwärtig sind, bist du fähig, alle Anspannung loszulassen.

Im Alltag ist so viel zu tun, und es bleibt so wenig Zeit. Vielleicht fühlst du dich von alledem so bedrängt, dass du das Gefühl hast, unablässig auf Trab zu sein. Halt einfach an! Berühre die Tiefe des gegenwärtigen Moments, und du wirst mit der Freude und wirklichem Frieden in tiefer Berührung sein.

Thich Nhat Hanh (*1926)

Was ist der Mensch?

Was ist der Mensch? Ein Engel, ein Tier, ein leerer „Raum“, eine Welt, ein Nichts, das von Gott umgeben ist, Gottes bedarf, Gottes fähig ist, von Gott erfüllt ist, wenn Er dies wünscht.

Pierre de Bérulle (1575 – 1629)

Fähig sein, Gott zu lieben

Liebe enthält meine ganze Botschaft.
Liebe dich selbst – das ist der Anfang;
liebe dann die, die dir nahe sind,
dann liebe die Welt,
dann liebe den ganzen Kosmos.
Nur dann wirst du fähig sein, Gott zu lieben.

Osho (1931 – 1990)

Mit allem eins sein

Das Ziel des Lebens besteht darin, intensiv zu leben, voll geboren zu werden und voll wach zu sein; von den Ideen eines infantilen Allmachtsgefühls loszukommen und zur Erkenntnis seiner wirklichen, wenngleich begrenzten Kraft zu gelangen; fähig zu werden, zu akzeptieren, dass ein jeder von uns zugleich das Allerwichtigste auf der Welt und doch nicht wichtiger als eine Fliege oder ein Grashalm ist; fähig zu sein, das Leben zu lieben und trotzdem den Tod furchtlos zu akzeptieren; die Ungewissheit über die wichtigsten Fragen, mit denen das Leben uns konfrontiert, hinzunehmen – und trotzdem an unser Denken und Fühlen, soweit es wirklich ein Stück von uns selbst ist, zu glauben; allein sein zu können und gleichzeitig mit den geliebten Menschen, mit jedem Mitmenschen auf Erden, mit allem Lebendigen eins sein zu können.

Erich Fromm (1900 – 1980)