Wer wirklich schaut findet nichts Greifbares…

Wer sein Herz erweckt, der stellt staunend fest, daß dieses Herz leer ist. Es ist wie ein Blick in den Weltraum. Was bin ich, wer bin ich, wo ist mein Herz? Wer wirklich schaut, findet nichts Greifbares, nichts Festes … Wenn du dieses erwachte Herz suchst, wenn du in der eigenen Brust danach tastest, findest du nichts als Zartheit. Weich und wund fühlt es sich an, und wenn wir unsere Augen für die Welt öffnen, überkommt uns eine abgrundtiefe Traurigkeit. Diese Art von Traurigkeit hat aber nichts mit äußeren Gründen zu tun. Du bist nicht traurig, weil jemand dich verletzt hat oder weil du einen Verlust zu beklagen hast. Diese Traurigkeit ist grundlos. Sie rührt daher, daß dein Herz ganz bloßgelegt ist. Keine Haut scheint mehr darüber zu sein, es ist rohes Fleisch. Setzte sich eine winzige Mücke darauf, du wärst zutiefst davon berührt … Es ist dieses sanfte Herz des Kriegers, das die Macht hat, die Welt zu heilen.

Chögyam Trungpa (1939 – 1987) in: Des wahren Kriegers sanftes Herz der Traurigkeit

Gefunden habe ich diesen Gedanken im WWW auf der Seite „Der innere Weg“

Unseres grenzenlosen Bewusstseins gewahr werden

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Das Göttliche ruft uns alle aus sich selbst heraus ins Sein. Wir sind dafür gemacht: Das ist der Sinn und Zweck der spirituellen Reise. Diese Reise bringt uns auf den Weg, auf dem wir schließlich erkennen, wer wir in Wahrheit sind, und uns in unserem wahren Sein verwirklichen. Erleuchtung ist ein Erwachen, bei dem wir unserer Identität als grenzenloses Bewusstsein gewahr werden; aber sie ist unvollständig, wenn nicht gleichzeitig unser Mitgefühl, unsere Sensibilität und unsere Liebe erweckt werden und sich in unserem Leben und unseren Beziehungen niederschlagen.

Wayne Teasdale (1945 – 2004)

Jeden Augenblick den Geist der Erleuchtung und des Mitgefühls erwecken

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Erweckt jeden Augenblick
den Geist der Erleuchtung und des Mitgefühls
für alle Wesen.
Würden die Menschen das tun,
dann würden sie unermüdlich
für das Wohlergehen ihrer Mitmenschen
und die Rettung unserer Umwelt arbeiten.

Padmasambhava (8./9. Jahrhundert u.Z.)

Ein Wanderer bist Du

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Ein Wanderer bist Du.
Nicht Welten durchwanderst Du,
nicht Wege auf diesem Planeten,
auch nicht verschiedene Leben;
Landschaften Deiner Seele sind es,
die Du durchwanderst.

Deine Seele ist ein Universum;
geheimnisvoll und sich selber unbekannt.
Deine Seele durchwandert sich selbst,
und während sie sich erlebt und erforscht,
offenbart sie sich;
und während sie sich offenbart, verwirklicht sie sich;
und während sie sich verwirklicht,
erweckt sie sich.
Das ist die Reise Deines Lebens.

Safi Nidiaye (*1951)

Das lautere Herz in uns erwecken

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Die Praxis des Sitzens in Meditation … ist das Mittel, mit dem wir das Gutsein wiederentdecken und überdies das lautere Herz in uns erwecken können. In dieser Haltung bist du dieser nackte Mensch, der zwischen Himmel und Erde sitzt. Wenn dein Rücken einsinkt, versucht du dein Herz zu schützen oder gar zu verbergen. Aber wenn du aufrecht und trotzdem entspannt sitzt, dann ist dein Herz nackt. Dein ganzes Sein ist bloßgelegt, vor allem vor dir selbst, aber auch vor anderen. Beim stillen Sitzen, in dem du dem Atem folgst, wie er ausströmt und verfliegt, stellst du die Verbindung zu deinem Herzen her.

Chögyam Trungpa (1939-1987)