Das Herz zu Gott entzünden

Ein bewährter Gottesfreund
soll allezeit etwas
an guten Bildern und Sprüchen
in der Seele Mund
zum Kauen haben,
davon sein Herz
zu Gott entzündet werde.

Heinrich Seuse (1295 – 1366)

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Sein Herz entzünden

Ein bewährter Gottesfreund
soll allezeit etwas
an guten Bildern und Sprüchen
in der Seele Mund
zum Kauen haben,
davon sein Herz
zu Gott entzündet werde.

Heinrich Seuse (1295 – 1366)

Den Seelengrund entzünden

Wie aus vielen Kohlen und Holz ein großes Feuer entsteht und die Flamme nach außen dringt und in die Höhe schlägt, so werden gute Übungen den Seelengrund entzünden.

Dann aber soll man die Bilder bald fahren lassen und mit flammender Liebe durch den mittleren in den allerinnersten Menschen hindurchdringen. Dieser besitzt keine Tätigkeit, denn die Wirksamkeit in ihm ist allein Gottes. Er hält sich auf eigene Tätigkeit verzichtend unter dem Wirken Gottes.

Johannes Tauler (um 1300 u.Z. – 1361)

Du sollst minnen das Nicht…

Du sollst minnen das Nicht
Du sollst fliehen das Icht
Du sollst alleine stehn
Und sollst zu niemand gehn.

Ruhelos strebend sollst du sein
Aller Dinge dich befrein.

Du sollst die Gefangenen entbinden
Und die Freien überwinden.
Du sollst die Kranken laben
Und doch selbst nichts haben.
Du sollst das Wasser der Pein trinken
Und die Liebesglut mit dem Holze der Tugenden entzünden
Dann wohnst du in der wahren Wüste.

Mechthild von Magdeburg (* um 1207 – 1282)

In: Das fließende Licht der Gottheit. Einsiedeln, Zürich, Köln, 1955, 74