Mantren: universale Prinzipien

Das Wort “Mantra” bedeutet “ausgedacht”, erdacht vom Geist; und der Rishi* ist der Seher dieser Gedanken. Sie sind weder der Besitz bestimmter Personen noch der exklusive Besitz irgendeines Mannes oder irgendeiner Frau, wie bedeutend er oder sie auch sein mögen; nicht einmal der exklusive Besitz der größten Geistpersönlichkeiten – der Buddhas oder Christuswesen -, die die Welt hervorgebracht hat.

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Mantras sind ebenso der Besitz der Allerniedrigsten wie sie der Besitz eines Buddha sind, ebenso der Besitz des kleinsten Wurmes, der über die Erde kriecht, wie jener des Christus, denn sie sind universale Prinzipien. Sie wurden nie erschaffen. Diese Prinzipien haben immer existiert; und sie werden weiter existieren. Sie sind nicht-erschaffen – ungeschaffen durch irgendwelche Gesetze, die uns die Naturwissenschaft heute lehrt. Sie bleiben verdeckt und werden entdeckt, existieren jedoch durch alle Ewigkeit in der Natur.

Swami Vivekananda (1863 – 1902)

Mantra – erdacht vom Geist

Das Wort „Mantra“ bedeutet „ausgedacht“, erdacht vom Geist; und der Rishi* ist der Seher dieser Gedanken. Sie sind weder der Besitz bestimmter Personen noch der exklusive Besitz irgendeines Mannes oder irgendeiner Frau, wie bedeutend er oder sie auch sein mögen; nicht einmal der exklusive Besitz der größten Geistpersönlichkeiten – der Buddhas oder Christuswesen -, die die Welt hervorgebracht hat.

Mantras sind ebenso der Besitz der Allerniedriststen wie sie der Besitz eines Buddha sind, ebenso der Besitz des kleinsten Wurmes, der über die Erde kriecht, wie jener des Christus, denn sie sind universale Prinzipien. Sie wurden nie erschaffen. Diese Prinzipien haben immer existiert; und sie werden weiter existieren. Sie sind nicht-erschaffen – ungeschaffen durch irgendwelche Gesetze, die uns die Naturwissenschaft heute lehrt. Sie bleiben verdeckt und werden entdeckt, existieren jedoch durch alle Ewigkeit in der Natur.

Swami Vivekananda (1863 – 1902)

*  Seher oder mythischer Weiser

Suche nach Erleuchtung

In Ihrer Wahrnehmung ziehen Wolken, in Ihrem Geist ziehen Gedanken vorbei. Im Körper kommen Gefühle auf, und Sie sind Zeuge von all dem. Der Zeuge funktioniert bereits vollkommen, ist völlig da, völlig wach. Während Sie diese Seite betrachten, ist das erleuchtete Selbst bereits zu hundert Prozent anwesend. Es ist der erleuchtete GEIST, der genau in diesem Moment diese Worte liest: Um wie viel näher können Sie dem wohl noch kommen? Warum weggehen und den Suchenden suchen? Die große Suche nach Erleuchtung ist nicht nur eine Zeitverschwendung, sondern sogar eine kolossale Unmöglichkeit, denn das erleuchtete Selbst ist allgegenwärtig, ebenso wie der Zeuge dieses oder jedes anderen Moments.

Das ist der Grund, warum es im striktesten Sinne wirklich kein Erlangen der Erleuchtung, kein Finden des Selbst gibt. Und dennoch hat es natürlich den Anschein, dass es Menschen gibt, die dieser Tatsache gegenüber mehr erwacht sind als andere – wir können sie „erleuchtet“ nennen, und in gewisser Weise ist das wahr. Aber in Wirklichkeit wird in diesen Fällen die Erleuchtung nicht entdeckt, sondern es wird in profunder Weise erkannt, was bereits da ist. Als ob Sie in ein Schaufenster schauen und eine verschwommene Gestalt sehen, die Sie anstarrt. Sie drehen Ihren Kopf, bis Sie erkennen, wer es ist. Erschrocken erkennen Sie plötzlich: Es ist Ihr eigenes Spiegelbild im Fensterglas. Sie sehen sich selbst.

Ken Wilber (*1949)