Jeder Mensch ist eine besondere Art Mystiker

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Die Männer und Frauen, die wir Mystiker nennen, unterscheiden sich vom Rest von uns lediglich dadurch, dass sie jenen Erfahrungen den Raum geben, der ihnen in unser aller Leben zusteht. Was zählt, ist nicht die Häufigkeit oder Intensität mystischer Erfahrungen, sondern der Einfluss, den wir ihnen auf unser Leben einräumen. Indem wir unsere mystischen Momente mit allem, was sie bieten und verlangen, zulassen, werden wir die Mystiker, die wir sein sollen. Schließlich ist der Mystiker keine besondere Art Mensch, sondern jeder Mensch eine besondere Art Mystiker.

David Steindl-Rast (*1926)

Liebe, die der Natur der Seele entspricht

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Zwiefach ist die Übung des Kreuzes, gemäß seiner Zusammensetzung aus zwei Balken. Der eine ist die geduldige Ertragung leiblicher Drangsale, und dies ist die Tat der affektiven Widerstandskraft der Seele. Der andere Teil besteht in dem feinen Wirken des Geistes durch Verkehr mit Gott in stetem Gebet und ähnlichen Übungen, die dem sinnlich-geistigen Strebevermögen angehören und die man zusammenfaßt in dem Wort Beschaulichkeit. Wie die erste Kraft die seelischen Empfindungen regelt durch nachhaltigen Eifer, so läutert die zweite das Erkennen durch den Einfluss jener Liebe, die der Natur der Seele entspricht.

Isaak von Ninive / Isaak der Syrer  (um 640 – ca. 700)

Ferment der Spiritualität

Charles Dekeukeleire (1905 – 1971) war ein belgischer Filmemacher.

Gefunden habe ich das Zitat  in der Festschrift „Texte zum Geistigen im Film“ der „Organisation zur Umwandlung des KInos“ / „Section 16“.

Mehr hier: http://www.organisationzurumwandlungdeskinos.de/

Meister Eckhart, Johannes Tauler und Martin Luther

lutherpfingstenErinnerungstafel in der Leipziger Thomaskirche

Frage: Welchen Einfluss hatte Eckhart auf die mystischen Wurzeln Martin Luthers?

Volker Leppin: Meister Eckhart hatte einen indirekten Einfluss. Er starb noch während ein Inquisitionsverfahren gegen ihn lief. Nachdem er posthum 1329 vom Papst verurteilt worden war, konnten seine Werke nicht so leicht verbreitet werden. Aber viele seiner Predigten sind in eine Ausgabe von Johannes Tauler eingegangen, seines Schülers. Diese Predigtsammlung wurde um 1500 mehrfach gedruckt. Ein Exemplar hiervon hat Luther in den Jahren 1515/16 intensiv studiert. Bestimmte Gedanken, die später prägend für Luther werden, die entwickeln sich im Zuge dieser Lektüre Taulers und darin indirekt auch Meister Eckharts.

Dr. Volker Leppin (*1966) ist evangelischer Theologe und Professor für Kirchengeschichte an der Universität Tübingen.

Das ganze Interview mit ihm ist hier nachzulesen:

https://www.evangelisch.de/inhalte/132810/17-03-2016/meister-eckharts-mystik-und-sein-einfluss-auf-luther 

 

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich auf diesem Weg ein gutes Pfingstfest!

Werner Anahata Krebber