Zum Wesen der Dinge durchdringen

Hugo Enomiya-Lassalle S.J. / Bild: Archiv

Wir sind gewohnt, wenn wir das Wesen der Dinge verstehen wollen, zu denken und sie auseinander zu nehmen sowie nach Gründen zu suchen. Dadurch kann man auch teilsweise zum Wesen der Dingen kommen und verstehen, was das eigentlich ist.
Aber nicht die Begriffe und Wörter abschaffen, sondern durch Begriffe und Wörter hindurch zum Wesen der Dinge durchdringen.
Durch Meditation kann man das lernen, aber es braucht viel Zeit.

Hugo Enomiya-Lassalle S.J. (1898 – 1990)

… selbst ein Mystiker sein

Kirchenfenster von Josef Albers | Foto: (c) wak

Sie verlangen zu wissen, was man eigentlich durch die Mystik verstehe. Ich antworte: Das kann keiner recht sagen, oder er muss selbst ein Mystiker sein, und keiner gebührend verstehen, wo er nicht selbst auf dem Wege ist, ein solcher zu werden.

Gerhard Tersteegen (1697 – 1769)

Er gebiert seinen Sohn völlig neu und frisch

Foto: © wak

Wenn man mich fragte, was Gott im Himmel täte, ich würde sagen: er  gebiert seinen Sohn und gebiert ihn völlig neu und frisch und hat so große Lust an diesem Tun, dass er sonst nichts tut, als dass er dieses Werk wirkt. Darum sagt er: „ Seht, ich“. Wer da „ich“ sagt, der muss das Werk aufs beste leisten. Niemand kann dieses Wort im eigentlichen Sinne aussprechen als der Vater. Das Werk ist ihm so eigen, dass niemand als der Vater es zu wirken vermag. In diesem Werke wirkt Gott alle seine Werke, und der Heilige Geist hängt darin und alle Kreaturen, denn Gott wirkt dieses Werk, das seine Geburt ist, in der Seele; seine Geburt ist sein Werk, und die Geburt ist der Sohn. Dieses Werk wirkt Gott im Innersten der Seele…

Meister Eckhart (1260 – 1328) in Predigt 31, „Ecce ego mitto angelum meum etc.“ (Mal. 3, 1 f. ) In: Deutsche Werke, Frankfurt/M. 1993, Band 1, S. 349 – 351

Sehen im Nicht-Sehen

Foto: © wak

 

Darin liegt die eigentliche Erkenntnis des Gesuchten,
darin das Sehen im Nicht-Sehen
dass der Gesuchte alle Erkenntnis übersteigt,
wie durch Finsternis durch seine Unbegreiflichkeit
auf allen Seiten abgeschlossen.

Gregor von Nyssa (334-394)

 

Alle Erkenntnis übersteigen

Foto: © wak

Darin liegt die eigentliche Erkenntnis des Gesuchten, darin das Sehen im Nicht-Sehen, dass der Gesuchte alle Erkenntnis übersteigt, wie durch Finsternis durch seine Unbegreiflichkeit auf allen Seiten abgeschlossen.

Gregor von Nyssa (334-394) in seiner Schrift „Aufstieg des Moses“

Jedes Lebewesen ist kostbar heil und gut

Foto: © wak

Wenn wir den Buddha entdecken, der wir eigentlich sind, erkennen wir, dass alles im Universum ebenfalls Buddha ist. Wir kommen zu der Erkenntnis, dass alles und jedes erwacht ist. Alles ist gleichermaßen kostbar, heil und gut, und ebenso ist jedes einzelne Lebewesen kostbar, heil und gut.

Pema Chödrön (*1936)

Auf dem Weg ein Mystiker zu werden

Foto: © wak

Sie verlangen zu wissen, was man eigentlich durch die Mystik verstehe. Ich antworte: Das kann keiner recht sagen, oder er muss selbst ein Mystiker sein, und keiner gebührend verstehen, wo er nicht selbst auf dem Wege ist, ein solcher zu werden.

Gerhard Tersteegen (1697 – 1769) in: Weg der Wahrheit, 6. Stück, Anhang

Fruchtbarkeit mystischer Erfahrung

Foto: © wak

Zen ist das eigentlich Religiöse in jeder Religion. Es ist das Grundwasser für die Fruchtbarkeit jeglicher mystischer Erfahrung und damit auch eine wundervolle Bestätigung der Wahrheit christlich-jüdischer Tradition mit ihrem Menschenbild als Bild und Gleichnis Gottes und somit als Unendlichkeitswesen.
Es ist geradezu ein Zeugnis dieser Wahrheit: Die unendliche Wirklichkeit, die in größter Wortscheu in jüdisch-christlicher Tradition Gott genannt wird, ist in der menschlichen Natur angelegt.
Besser gesagt: Die menschliche Natur ist auf Gott hin angelegt.

P. Johannes Kopp (1927 – 2016) in: Gebet als Selbstgespräch. Gebet und Koan als Beziehung zu Gott in mir. 2. Auflage Dezember 2014., S. 18/19

Mehr hier: https://zen-kontemplation.de/

Ein erwachtes Wesen sein

Anders zu sein bedeutet eigentlich, aufgewacht zu sein, ein erwachtes Wesen zu sein. Sich nicht mehr im Traumland der Identifikation mit seinen Gedanken zu bewegen, sondern achtsam zu sein, gegenwärtig zu sein. Das ist das Andere, die Achtsamkeit. Du bist diese Achtsamkeit.

Eckhart Tolle  (*1948)

Gott im Menschen

Zen ist das eigentlich Religiöse in jeder Religion. Es ist das Grundwasser für die Fruchtbarkeit jeglicher mystischer Erfahrung und damit auch eine wundervolle Bestätigung der Wahrheit christlich-jüdischer Tradition mit ihrem Menschenbild als Bild und Gleichnis Gottes und somit als Unendlichkeitswesen.
Es ist geradezu ein Zeugnis dieser Wahrheit: Die unendliche Wirklichkeit, die in größter Wortscheu in jüdisch-christlicher Tradition Gott genannt wird, ist in der menschlichen Natur angelegt.
Besser gesagt: Die menschliche Natur ist auf Gott hin angelegt.

P. Johannes Kopp in: Gebet als Selbstgespräch. Gebet und Koan als Beziehung zu Gott in mir. 2. Auflage Dezember 2014., S. 18/19

Mehr Informationen hier: http://zen-kontemplation.de/links_und_literatur/

Und hier: http://www.leben-aus-der-mitte.de/