Schweigend überlassen und anvertrauen

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Das Ziel des Schweigens ist es, uns für Gott offener zu machen, so dass in unsere Lebensvollzüge, in unser Denken und Tun Gottes Geist einströmen könnte. Das Schweigen sollte uns durchlässig machen für Gottes Geist, so dass Gott in uns die Führung übernehmen könnte. Nicht wir mit unserer egoistischen Enge bestimmen unser Leben, sondern Gottes Geist selbst, dem wir uns schweigend überlassen und anvertrauen.

Anselm Grün (*1945)

Weg, der alle übertrifft

Es gibt einen Weg, der alle anderen übertrifft. Er scheint zunächst nicht so wirksam zu sein, wie die innige Verehrung Gottes mit Name und Form. Aber dennoch ist er der wirksamere. Es handelt sich schlicht und einfach um die Liebe, die du allen Wesen – ob gut oder schlecht – entgegenbringst. Ohne eine solche Liebe ist deine Gottesverehrung wenig wert. Von welchem Nutzen bist du für Gott, wenn du bei Ihm nur die Erfüllung deiner Wünsche suchst, ohne deine Pflicht gegenüber den Bedürftigen dieser Welt zu verrichten? Das kann dir doch nur als pure Selbstsucht angerechnet werden. In Gottes Gegenwart ist kein Platz für solch egoistische Menschen. Da gibt es nur selbstloses Tun. Bedenke deshalb, dass alle Wesen Sein sind und Er allen Wesen innewohnt und verehre Ihn dementsprechend. Nur durch solch hohe Verehrung bindest du GOTT.

ALLES IST EINS (Ellam Ondre)
Vaiyai R. Subramaniam

Vor Liebe überfließen

Wenn du unfähig bist, dich selbst zu lieben, wirst du nie in der Lage sein, irgendwen zu lieben. Das ist eine absolute Wahrheit, die keine Ausnahmen hat. Du kannst andere nur lieben, wenn du dich selbst lieben kannst.
Aber die Gesellschaft verurteilt Eigenliebe. Sie sagt, das sei egoistisch, sie sagt, das sei narzisstisch. Ja, Eigenliebe kann narzisstisch werden, aber sie ist es nicht notwendigerweise. Sie kann narzisstisch werden, wenn sie nie über sich selbst hinausgeht, sie kann eine Art Egoismus werden, wenn sie auf dich selbst beschränkt bleibt. Im übrigen aber ist Eigenliebe der Beginn jeder anderen Liebe.

Ein Mensch, der sich selbst liebt, beginnt früher oder später, vor Liebe überzufließen.

Osho (1931-1990)