So ich mich selber lese…

So ich mich selber lese,
so lese ich in Gottes Buch.
Liegt doch Himmel und Erde
mit allen Wesen,
dazu Gott selber,
im Menschen.
Soll er dann
in dem Buch
nicht lesen dürfen,
das er selber ist?

Jakob Böhme  (1575 – 1624)

Die etwas mehr erkannt haben, schweigen am liebsten

Die etwas mehr erkannt haben, schweigen am liebsten; sie können oder dürfen nicht offen reden, sie werden gar nicht zu Wort gelassen oder verdächtigt, bestenfalls verlacht oder überhört, wenn nicht für Narren oder gefährlich gehalten.

Wilhelm Hohoff (1848 – 1923)

Was können wir wissen…

Was können wir wissen?
Was dürfen wir hoffen?

Was sollen wir tun?

Woher kommen wir?
Wohin gehen wir?

Und wozu das Ganze?

Gar nichts?
Alles?

Unser Bestes,
vielleicht?

Aus der Dunkelheit?
Ins Licht?

Ha! Dieses größte
aller Rätsel!

Nicht zu fassen,
das alles.

Nur ab und zu

blitzt

etwas auf:
sekundenkurz,

hell

in der
Dunkelheit:

lässt sich blicken,
lässt sich fixieren

durch die unschärfste
schärfste

Logik:

durch die unscharfe
scharfe

Linse

der Poesie

Aus: Schlaflos, Hannah Buchholz, 2014

http://linden.kutv.de/Lyrik-Kunst-und-Text/Buchholz-Hannah-Schlaflos::2.html

 

Hannah Buchholz ganz herzlichen Dank von mir dafür, dass ich dieses Gedicht an diesem Tag online stellen darf. (werner anahata krebber)

 

Mehr Gedichte von Hannah Buchholz hier:

lbhb

 

 

 

 

https://hannahbuchholz.wordpress.com/