Was und wo Gott ist

Gott ist allezeit bereit
aber wir sind sehr unbereit;

Gott ist uns nahe,
aber wir sind ihm ferne;

Gott ist drinnen,
aber wir sind draußen;

Gott ist zu Hause,
wir sind in der Fremde.

Meister Eckhart (1260 -1328)

Post 1000, Meister Eckhart und mehr…

Vorab: Dies ist Post 1.000.

Deshalb möchte ich mich einem Zitat von Meister Eckhart beginnen:

Wie wunderbar:
draussen stehen wie drinnen,
begreifen und umgriffen werden,
schauen und das Geschaute sein,
halten und gehalten werden:
das ist das Ziel.

Meister Eckhart (1260 – 1328)

Sätze von oder über Meister Eckhart waren es, die für mich im Vorläuferblog aus Anlass des 750. Geburtstages von Meister Eckhart eine Rolle spielten. Danach weitete sich für mich dann mystikaktuell auf den interspirituellen, interkonfessionellen, interreligiösen Aspekt. Um auf jene Essenz aufmerksam zu machen, die Kern des Göttlichen in allen Religionen ist.

Mystikaktuell ist kein kommerzielles Angebot. Die Auswahl der Texte zu diesem Blog ist Teil meiner Morgenmeditation…

Und es sind inzwischen fast 100.000 Zugriffe auf diesen Blog. Das freut mich sehr.

Für einen Blick zurück – und nach vorn – kann man hier noch mal nachlesen:

http://meistereckhart750.wordpress.com/  (Weiterhin als Archiv verfügbar)

Hier noch mal das Editorial von mystikaktuell:
https://mystikaktuell.wordpress.com/mystik-aktuell-editorial/

Und hier so etwas wie ein zweites Editorial:
https://mystikaktuell.wordpress.com/erweiterter-mystikbegriff/

Im Erkennen eins

Einfältige meinen, sie könnten Gott in der Erleuchtung ansehen, als stünde Er dort und sie hier. So ist es nicht. Gott und Ich sind im Erkennen eins. Gottes Wesen ist sein Erkennen, und Gottes Erkennen macht, dass ich ihn erkenne. Darum ist mein Erkennen sein Erkennen.
Gott ist uns nahe – aber wir sind ihm fremd. Gott ist drinnen – aber wir sind draußen. Gott ist unsere innere Heimat – aber wir sind uns selbst Fremde. Du brauchst Gott nicht zu suchen. Er ist nicht ferner als vor der Tür deines Herzens; da steht Er und wartet und harrt, dass Er dich bereit findet, dass du Ihm auftust und Ihn einlässt. Du brauchst Ihn nicht von fern her zu rufen, sondern dich nur nach innen wenden: Gott wartet ungeduldiger als du, dass du dich ihm öffnest; Ihn verlangt tausendmal dringender nach dir, als dich nach Ihm. Dein Auftun und sein Eingehen geschieht in einem Augenblick.

Meister Eckhart (1260 – 1328)

In einem Augenblick

Einfältige meinen, sie könnten Gott in der Erleuchtung ansehen, als stünde Er dort und sie hier. So ist es nicht. Gott und Ich sind im Erkennen eins. Gottes Wesen ist sein Erkennen, und Gottes Erkennen macht, dass ich ihn erkenne. Darum ist mein Erkennen sein Erkennen.

 


Gott ist uns nahe – aber wir sind ihm fremd. Gott ist drinnen – aber wir sind draußen. Gott ist unsere innere Heimat – aber wir sind uns selbst Fremde. Du brauchst Gott nicht zu suchen. Er ist nicht ferner als vor der Tür deines Herzens; da steht Er und wartet und harrt, dass Er dich bereit findet, dass du Ihm auftust und Ihn einlässt. Du brauchst Ihn nicht von fern her zu rufen, sondern dich nur nach innen wenden: Gott wartet ungeduldiger als du, dass du dich ihm öffnest; Ihn verlangt tausendmal dringender nach dir, als dich nach Ihm. Dein Auftun und sein Eingehen geschieht in einem Augenblick.

Meister Eckhart (1260 – 1328)

Die Welt im Innern

Sieh das Fenster dort. Durch dieses Fenster wird ein leeres Zimmer mit heller Landschaft gefüllt, aber die Landschaft bleibt draußen. Genauso musst du deine Augen und Ohren gebrauchen, um die Welt in deinem Innern wahrzunehmen, aber schließe all deine gewöhnliche Weisheit aus deinem Geist aus.

Das ist die Methode, mit der du die ganze Schöpfung wiedererstehen lassen kannst.

Dschuang Dsi  (365 – 290 v.u.Z.)