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Gewähre deinem Diener den Geist der Weisheit

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Stufen der Wahrheit

Foto: © wak

Da es also drei Stufen oder Formen der Wahrheit gibt, so steigen wir zur ersten durch die Mühsal der Demut, zur zweiten durch das Gefühl des Mitleids, zur dritten durch Entzückung und Beschauung empor. Auf der ersten Stufe findet man die Wahrheit streng, auf der zweiten barmherzig, auf der dritten rein. Zur ersten Stufe führt die Vernunft, durch die wir uns auf Herz und Nieren. prüfen. Zur zweiten Stufe führt die Liebe, durch die wir mit andern Erbarmen fühlen. Zur dritten Stufe reißt uns die Reinheit fort, durch die wir uns zum Unsichtbaren erheben.

Bernhard von Clairvaux (um 1090 – 1153)

Liebe, Weisheit, Freude, Besinnung…

Wo Liebe ist und Weisheit,
da ist weder Furcht noch Ungewissheit;

wo Geduld und Demut,
weder Zorn noch Aufregung;

wo Armut und Freude,
nicht Habsucht und Geiz;

wo Ruhe und Besinnung,
nicht Zerstreuung noch Haltlosigkeit.

Franz von Assisi (ca. 1181/1182 – 1226)

Liebe, Weisheit und mehr

Wo Liebe ist und Weisheit,
da ist weder Furcht noch Ungewissheit;
wo Geduld und Demut,
weder Zorn noch Aufregung;
wo Armut und Freude,
nicht Habsucht und Geiz;
wo Ruhe und Besinnung,
nicht Zerstreuung noch Haltlosigkeit.

Franz von Assisi (ca. 1181/1182 – 1226) in einer „Mahnung an die Brüder“

Erkennen des eigenen Ich

So hoch die Seele auch stehen mag – nie wird etwas anderes die Selbsterkenntnis ersetzen können, ob man dies will oder nicht… Denn es ist eine so wichtige Sache, dieses Erkennen unseres eigenen Ich, dass ich wünschte, ihr möchtet niemals darin ermatten, so hoch ihr auch in den Himmeln emporgestiegen sein möget. Solange wir uns auf dieser Erde befinden, gibt es nichts, was für uns wichtiger wäre als die Demut. Und darum sage ich, dass es sehr gut und ganz vortrefflich ist, wenn man danach strebt, zuerst in jenes Gemach zu gelangen, wo es um diese Tugend geht, ehe man zu den anderen fliegt.

Teresa von Avila (1515 – 1582)