Die Welt ist die Signatur des Wortes

Foto: © wak

Text der Lichtinstallation von Joseph Kosuth aus Heinrich Heines „Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland“ (1834/52) im  „Zentrum für Internationale Lichtkunst“ in Unna.

Einen ausführlichen Artikel über das Zentrum gibt es hier: https://www.theomag.de/15/am48.htm unter dem Titel: Ein Juwel am Rande des Ruhrgebiets

Siehe auch hier: https://www.lichtkunst-unna.de/de/startseite

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Buchtipp IX – In deiner Weite lass mich Atem holen (Giannina Wedde)

Giannina Wedde

In deiner Weite lass mich Atem holen
Segensworte für die Lebensreise

Vier Türme Verlag, 202 Seiten, 19,- €
ISBN 978-3-7365-0136-2
Münsterschwarzach, 2018

„Wer segnet, legt den Atem Gottes wie Tau auf die zitternden Gräser“. Was für ein poesievoller Satz. Giannina Wedde hat in ihrem Buch 110 Segenstexte geschrieben, in denen Sätze solcher Intensität zu finden sind. Segenstexte, die für Menschen in sehr unterschiedlichen Lebenssituationen und Altersspannen eine Brücke sein können. Inspirierend schon die ersten Texte zur Einleitung, die sie mit dem Titel des Buches überschrieben hat. Da betont sie nicht nur, dass wir Mitschöpfende sondern auch, dass wir zum Segnen bevollmächtigt sind. In einem zweiten Kapitel bietet Giannina Wedde ermutigende Segenstexte von ihr für Paare, Neugeborene und Kinder, für berufliche Entfaltung, Naturverbundenheit, Sterbende, Verstorbene und Trauernde an. Am Schluss in dieser Reihe stehen Haussegen. Darauf, dass Segnen eine „Grundgeste des Christentums“ ist, weist sie in ihrem dritten Kapitel hin, in dem sie die biblische Tradition des Segens beleuchtet.

Wedde zeigt auf, dass viele Menschen heute den Wunsch haben, Segen zugesprochen zu bekommen. Dies inzwischen auch außerhalb von kirchlichen Ritualen und Zeremonien. Die von ihr geschriebenen Segenstexte können auf sehr unmittelbare Weise all jenen wichtig werden, denen ein begleitender Segen von Bedeutung ist. So, wie sie in ihrem Text „Der Atem Gottes schreibt“: „Die Blüte zu rufen inmitten der Wüste, die Stille zu atmen im tosenden Lärm, den Engel zu halten, der gehen will, das ist Segnen“.

Mit „In deiner Weite lass mich Atem holen“ hat Giannina Wedde ein Buch vorgelegt, das in einer poetischen Sprache die Brücke von Mensch zu Mensch und von Mensch zu Gott schlagen kann.

© Werner A. Krebber

Das Licht leuchtet in der Finsternis…

meistereckharterfurt_tuerFoto: © wak

Und das Licht scheint in der Finsternis,
und die Finsternis hat’s nicht begriffen.

Zitat an der Meister-Eckhart-Tür an der Predigerkirche in Erfurt.

„Der Spruch in der Tür ist nicht von Meister Eckhart. Es handelt sich um einen Bibelvers vom Anfang des Johannesevangeliums (Kapitel 1, Vers 5). Der sogenannte Johannes-Prolog ist für das Denken Eckharts eine der wichtigsten Stellen der Bibel überhaupt.“

http://www.meister-eckhart-erfurt.de/predigerkloster/meister-eckhart-tuer.html

Aufhebung der Grenzen

Betrachtet man die Wunder und Legenden etwa der Bibel als spirituelle Metaphern, und nicht als historische Berichte, so stößt man bald zu einer Verständnisweise vor, die der christlichen Urkirche der ersten Jahrhunderte nähersteht als der Lehrmeinung der Weltkirchen, und die mit den Erfahrungen der Mystik übereinstimmen: Der Erkenntnis, dass alles Geist ist.

Eine Fokussierung auf die Wahrheit der Mystik bedeutet somit keine Infragestellung von Religion, vielmehr ermöglicht sie eine Neubelebung religiöser Weltdeutung. Die Aufhebung der Grenzen zwischen Mensch und Gott, Kosmos und Transzendenz, muss keineswegs Säkularisierung bedeuten; Sie kann im Gegenteil zu der Erfahrung führen, dass alles heilig ist — eine Erfahrung, die glücklicherweise nicht legendären Gestalten wie etwa dem indischen Mystiker Ramakrishna vorbehalten ist, sondern heute von zahlreichen Menschen gemacht wird.

Joseph Campbell  (1904 – 1987) in: Reflections on the Art of Living

Mehr von und über Joseph Campbell hier:

http://www.martinweyers.com/sukhavati/mystik.htm

Die Feige in den Religionen

 

feige_edenkobenFeige an der Ludwigshöhe in Edenkoben                          Foto (c) wak

… Im Buddhismus wird der Feigenbaum (Bodhibaum) als Baum der Erkenntnis verehrt, da unter ihm Buddha die Erleuchtung empfangen habe. In Nepal nennt man ihn den Pipal und er verkörpert das männliche Prinzip.

In hinduistischen Mythen wohnen Götter im Pipal, vor allem der elefantenköpfige Gott Ganesh, der Gott der Güte und Weisheit des Herzens.

In der christlichen Symbolik ist oft der vertrocknete Feigenbaum dargestellt, der die Jesus nicht anerkennende Synagoge (das Judentum) oder die Irrlehre symbolisiere.

Der fruchttragende Feigenbaum hingegen ist in der Bibel ein Element des sorglosen Lebens im Paradies. Die erste „Bekleidung“ (Gürtel) des Urelternpaares Adam und Eva bestand aus Feigenblättern. …

Annette Kuptz-Klimpel

Den vollständigen Text gibt es hier:
http://www.symbolonline.de/index.php?title=Feige