Meister Eckharts Text liest Dich

Die Texte von Meister Eckhart bieten ein wunderbares Beispiel. In seinem Schreiben geht es nicht um das Göttliche. Es hat nichts von der Schlacke der soziologischen Reportage. Es ist nicht das Abbild eines Beobachters zweiter Ordnung. Es ist die lebendige, lebendige Sprache des Teilnehmers. In der zeitgenössischen Kultur hat die Beobachtung und ihre einfachen Ideologien die Partizipation und ihre Erforschung als primäre Art des Seins ersetzt. Die Texte von Eckhart sind verdichtet und gespannt. Du fängst an, Eckhart zu lesen und nach einer Weile wirst du feststellen, dass der Text dich liest.

John O’Donohue (1956 – 2008)

Aus ganzem Herzen am Leben teilhaben

Wenn wir zu besserwisserischen Beobachtern unseres Lebens werden, hören wir auf, lebendige Teilnehmer an ihm zu sein. Ein Großteil der heutigen Therapieformen zielt darauf ab, die Menschen zu unerbittlichen Selbstbeobachtern zu drillen. Geübte Selbstbeobachter gestatten sich nicht die geringste Unachtsamkeit. Wie echte Wildwesthelden bringen sie es fertig, immer nur mit einem Auge zu schlafen. Unter solchen Voraussetzungen ist es extrem schwierig, sich “geschehen zu lassen” und aus ganzem Herzen an diesem schönen, unwiederholbaren Leben teilzuhaben.

John O’Donohue (1956 – 2008) in: Echo der Seele. Von der Sehnsucht nach Geborgenheit

Teilnehmer statt Beobachter

Wenn wir zu besserwisserischen Beobachtern unseres Lebens werden, hören wir auf, lebendige Teilnehmer an ihm zu sein. Ein Großteil der heutigen Therapieformen zielt darauf ab, die Menschen zu unerbittlichen Selbstbeobachtern zu drillen. Geübte Selbstbeobachter gestatten sich nicht die geringste Unachtsamkeit. Wie echte Wildwesthelden bringen sie es fertig, immer nur mit einem Auge zu schlafen. Unter solchen Voraussetzungen ist es extrem schwierig, sich „geschehen zu lassen“ und aus ganzem Herzen an diesem schönen, unwiederholbaren Leben teilzuhaben.

John O’Donohue (1956 – 2008) in: Echo der Seele. Von der Sehnsucht nach Geborgenheit