Bedürfnis der menschlichen Seele

Simone Weil (1909 – 1943) / Texttafel der Friedensbibliothek ~ Foto: © wak
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Den richtigen Weg wählen

Zwei Wege gibt es. Der eine, breit und lockend bequem, führt, aufreizender Wahnbilder voll, zu Tiefen eines dunklen Abgrundes. Es ist ein Jammer zu sehen, wie viele namentlich jetzt, wo die blutigen Greuel des Krieges eine Art übersinnlichen Bedürfnisses geweckt haben, auf diesem Wege dahintaumeln und glauben, so zum Heil zu gelangen. Der andere Weg ist schmal, steil und wird immer beschwerlicher, je mehr er sich dem Ziele nähert, dem  h o h e n , dem  e i n z i g e n Ziele, das wirklich des Erstrebens wert ist. Bô Yin Râ ermüdet nicht, unsere  B e s o n n e n h e i t  zu stärken, damit wir, Trug von Wahrheit scheidend, den richtigen Weg wählen. –

Bô Yin Râs neuestes Buch: Das hohe Ziel / Von Felix Weingartner. In: Magische Blätter, Monatsschrift für geistige Lebensgestaltung, VI. Jahrgang 1925, S. 124-127, Talisverlag, Leipzig

Der vollständige Buchhinweis von Felix Weingartner kann hier gelesen werden:

MAGISCHE BLÄTTER, BUCH X
CIII. Jahrgang, Juli 2022, Heft 7 / Thema: MATERIALIEN ZUM FILM

Bestellt werden kann die Ausgabe hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

Mehr hier: https://verlagmagischeblaetter.eu/publikationsreihe/magische-bl%C3%A4tter-buchreihe

Kommunikation damit Stille eine Gnade sein kann

 

Thomas Merton in der Abtei Gethsemani | Bild: Archiv

 

Es muss genug Kommunikation geben, damit Stille eine Gnade sein kann. Diese Art von Stille erfordert eine tiefere Liebe, und bis diese Liebe entwickelt ist, hat es keinen Sinn, so zu tun, als ob die Liebe da wäre, wenn sie es nicht ist. Die Rechtfertigung der Stille in unserem Leben ist, dass wir einander lieben, um gemeinsam zu schweigen…
In der Tiefe des Gemeinschaftslebens erkennen wir die Gnade des gemeinsamen Schweigens, aber wir kommen nicht dazu, indem wir andere ausschließen oder als Objekte behandeln. Es geschieht allmählich, während wir lernen zu lieben…
Das Bedürfnis ist ein wahres Schweigen, das lebendig ist und eine liebende Gegenwart in sich trägt.

Thomas Merton (1915 – 1968) in: The Springs of Contemplation

Das Diesseits besiegen ohne ins Jenseits zu flüchten

Foto: © wak

Wenn wir aufgehört haben, unser inneres Leben auf Gott zu beziehen, dann können wir uns zu ebenso wirksamen Ekstasen erheben wie die Mystiker und wie diese das Diesseits besiegen, aber ohne in das Jenseits zu flüchten. Sollte uns dennoch die Obsession einer anderen Welt verfolgen, dann würden wir uns eine konstruieren dürfen, uns eine Gelegenheitswelt entwerfen, und sei es nur, um unser Bedürfnis nach dem Unsichtbaren zu befriedigen. Was zählt, sind einzig unsere Erlebnisse, ihre Intensität und ihre Kräfte, die uns zum Beispiel instandsetzen, uns in eine nichtsakrale Tollheit zu stürzen.

Emil M. Cioran (1911 – 1995) in: Dasein als Versuchung. Stuttgart 1983, S. 181

Verwurzelung

Texttafel der Friedensbibliothek/Antikriegsmuseums. Aktuell ist die Ausstellung in der Sankt-Nikolai-Kirche in Wismar zu sehen Foto: © wak

Wilhelm Klingholz wies mich noch auf diesen Beitrag von Simone Weil hin: http://www.oya-online.de/article/read/1153-die_entwurzelung.html