Höhen und Tiefen ohne Regel und Recht

Die Habgier ist die Mutter der Ungleichheit, erbarmungslos und menschenfeindlich. Ihretwegen gerät das Leben der Menschen aus der geordneten Bahn. Die einen müssen sich vor Übersättigung erbrechen, als ob sie die Nahrung, mit der sie sich überfüllt haben, von sich speien müssten; die anderen sind, von Hunger und Mangel bedrängt, am Rande des Abgrunds. Das ist die Folge der unersättlichen Habsucht. Hätte sie nicht ins Leben die Ungleichheit eingeführt, so gäbe es nicht diese Höhen und Tiefen ohne Regel und Recht, noch würde das Auf und Nieder soviel Verdruss und Tränen in unser Leben hineintragen.

Asterios von Amaseia (ca. 330 – um 410) / Zeitgenosse von Johannes Chrysostomos

Glück und Frieden

Wenn du meinst, Glück und Frieden ließen sich woanders finden und du müsstest ihnen nachlaufen, kommst du niemals an dein Ziel. Erst, wenn du erkennst, dass Frieden und Glücklichsein hier und in diesem Moment gegenwärtig sind, bist du fähig, alle Anspannung loszulassen.

Im Alltag ist so viel zu tun, und es bleibt so wenig Zeit. Vielleicht fühlst du dich von alledem so bedrängt, dass du das Gefühl hast, unablässig auf Trab zu sein. Halt einfach an! Berühre die Tiefe des gegenwärtigen Moments, und du wirst mit der Freude und wirklichem Frieden in tiefer Berührung sein.

Thich Nhat Hanh (*1926)