Ein Sitzkissen unter leerem Himmel, das Gewicht einer Flamme

Foto: © wak

Mit ganzer Energie von Körper und Geist, beide vollständig in den strahlenden Lichtschatz fallen lassen, ohne zurück zu schauen. Ohne die Erleuchtung zu suchen. Ohne die Illusionen vertreiben zu wollen. Die aufkommenden Gedanken weder hassen noch lieben, und sie vor allem nicht unterhalten. Auf jeden Fall, was immer auch sei, das große Sitzen üben, hier und jetzt. Wenn ihr das Denken nicht unterhaltet, kehren die Gedanken in den Ursprung zurück. Wenn ihr euch in der Ausatmung aufgebt und euch von der Einatmung füllen lasst – in einem harmonischen Kommen und Gehen – bleibt nichts mehr als ein Sitzkissen unter leerem Himmel, das Gewicht einer Flamme.

Ejo Koun (1198-1282)

Advertisements

Das Gewicht einer Flamme

Mit ganzer Energie von Körper und Geist, beide vollständig in den strahlenden Lichtschatz fallen lassen, ohne zurück zu schauen. Ohne die Erleuchtung zu suchen. Ohne die Illusionen vertreiben zu wollen. Die aufkommenden Gedanken weder hassen noch lieben, und sie vor allem nicht unterhalten. Auf jeden Fall, was immer auch sei, das große Sitzen üben, hier und jetzt. Wenn ihr das Denken nicht unterhaltet, kehren die Gedanken in den Ursprung zurück. Wenn ihr euch in der Ausatmung aufgebt und euch von der Einatmung füllen lasst – in einem harmonischen Kommen und Gehen – bleibt nichts mehr als ein Sitzkissen unter leerem Himmel, das Gewicht einer Flamme.

Ejo Koun (1198-1282)

Atmen

Wie aber wird bedachtsam, ihr Mönche, Ein- und Ausatmung geübt, wie gepflegt, auf daß sie hohen Lohn verleihe, hohe Förderung? Da begibt sich, ihr Mönche, der Mönch ins Innere des Waldes oder unter einen großen Baum oder in eine leere Klause, setzt sich mit verschränkten Beinen nieder, den Körper gerade aufgerichtet, und pflegt der Einsicht. Bedächtig atmet er ein, bedächtig atmet er aus.

Atmet er tief ein, so weiß er ‚Ich atme tief ein‘, atmet er tief aus, so weiß er ‚Ich atme tief aus‘; atmet er kurz ein, so weiß er ‚Ich atme kurz ein‘, atmet er kurz aus, so weiß er ‚Ich atme kurz aus‘. ‚Den ganzen Körper empfindend will ich einatmen‘, ‚Den ganzen Körper empfindend will ich ausatmen‘, so übt er sich. ‚Diese Körperverbindung besänftigend will ich einatmen‘, ‚Diese Körperverbindung besänftigend will ich ausatmen‘, so übt er sich. ‚Heiter empfindend will ich einatmen‘, ‚Heiter empfindend will ich ausatmen‘, so übt er sich. ‚Selig empfindend will ich einatmen‘, ‚Selig empfindend will ich ausatmen‘, so übt er sich. ‚Die Gedankenverbindung empfindend will ich einatmen‘, ‚Die Gedankenverbindung empfindend will ich ausatmen‘, so übt er sich. ‚Diese Gedankenverbindung besänftigend will ich einatmen‘, ‚Diese Gedankenverbindung besänftigend will ich ausatmen‘, so übt er sich. ‚Die Gedanken empfindend will ich einatmen‘, ‚Die Gedanken empfindend will ich ausatmen‘, so übt er sich. ‚Die Gedanken ermunternd will ich einatmen‘, ‚Die Gedanken ermunternd will ich ausatmen‘, so übt er sich. ‚Die Gedanken einigend will ich einatmen‘, ‚Die Gedanken einigend will ich ausatmen‘, so übt er sich. ‚Die Gedanken lösend will ich einatmen‘, ‚Die Gedanken lösend will ich ausatmen‘, so übt er sich. ‚Die Vergänglichkeit wahrnehmend will ich einatmen‘, ‚Die Vergänglichkeit wahrnehmend will ich ausatmen‘, so übt er sich. ‚Die Reizlosigkeit wahrnehmend will ich einatmen‘, ‚Die Reizlosigkeit wahrnehmend will ich ausatmen‘, so übt er sich. ‚Die Ausrodung wahrnehmend will ich einatmen‘, ‚Die Ausrodung wahrnehmend will ich ausatmen‘, so übt er sich. ‚Die Entfremdung wahrnehmend will ich einatmen‘, ‚Die Entfremdung wahrnehmend will ich ausatmen‘, so übt er sich.

Also wird bedachtsam, ihr Mönche, Ein- und Ausatmung geübt, also gepflegt, auf daß sie hohen Lohn verleihe, hohe Förderung.

Gautama Buddha (ca. 563-483 v. u.Z.)