Zu seinem eigenen Herzen einkehren

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Einheit ist, wenn sich der Mensch mit all seinen Kräften von innen gesammelt fühlt in der Einheit seines Herzens. Einheit bringt inneren Frieden und Ruhe des Herzens. Einheit des Herzens ist ein Band, das Leib und Seele, Herz und Sinn und alle äußeren und inneren Kräfte in der Einigung der Minne zusammenzieht und umschließt.
Aus dieser Einheit des Herzens kommt die Innerlichkeit. Denn niemand kann innerlich sein, er sei denn gesammelt in sich.
Innerlichkeit ist, wenn der Mensch inwendig zu seinem eigenen Herzen eingekehrt ist, damit er das Einwirken oder Einsprechen Gottes zu verstehen und zu fühlen vermag. Innerlichkeit ist ein fühlbares Feuer der Minne, das der Geist Gottes angefacht hat und das den Menschen von innen antreibt.

Jan van Ruysbroek (1293 – 1381)

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Leuchte, die Wärme und Licht gibt

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… Noch ein anderes Zeugnis findet sich in den oberen Kräften, das ist die Kraft des Liebens, des Wollens. Wir haben diese Woche vom heiligen Johannes gesungen: lucerna lucens et ardens: er ist ein leuchtendes, ein brennendes Licht. Diese Leuchte gibt Wärme und Licht. Du empfindest die Wärme an der Hand und siehst doch kein Feuer, es sei denn, daß du oben hineinblicktest, und das Licht siehst du nur durch die Hornscheiben schimmern. Ach, wer doch den Sinn (in diesem Vergleich) wahrnähme und auf dieses Licht und diese Wärme häufiger achtete! Da ist die verwundende Liebe, die dich in diesen Grund führen wird. Und solange du sie in dir fühlst, sollst du dich antreiben und mit ihr voranstürmen und deinen Bogen auf das allerhöchste Ziel hin spannen.

Johannes Tauler (1300 – 1361) 44. Predigt: Hic venit ut testimonium perhiberet de lumine / Er kam, Zeugnis von dem Licht zu geben (Joh. 1, 7)

Deinen Bogen auf das allerhöchste Ziel hin spannen

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Wir haben … vom heiligen Johannes gesungen: lucerna lucens et ardens: er ist ein leuchtendes, ein brennendes Licht. Diese Leuchte gibt Wärme und Licht. Du empfindest die Wärme an der Hand und siehst doch kein Feuer, es sei denn, daß du oben hineinblicktest, und das Licht siehst du nur durch die Hornscheiben schimmern.
Ach, wer doch den Sinn (in diesem Vergleich) wahrnähme und auf dieses Licht und diese Wärme häufiger achtete! Da ist die verwundende Liebe, die dich in diesen Grund führen wird. Und solange du sie in dir fühlst, sollst du dich antreiben und mit ihr voranstürmen und deinen Bogen auf das allerhöchste Ziel hin spannen.

Johannes Tauler (1300 – 1361) in seiner Predigt 44: Hic venit ut testimonium perhiberet de lumine / Er kam, Zeugnis von dem Licht zu geben (Joh. 1. 7)