Mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens

„Der Schwebende“ von Ernst Barlach in der Kölner Antoniterkirche / Foto: (c) wak

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich Liebe bringe, wo man sich hasst,
dass ich Versöhnung bringe, wo man sich kränkt,
dass ich Einigkeit bringe, wo Zwietracht ist,
dass ich Wahrheit sage, wo Irrtum ist,
dass ich den Glauben bringe, wo Zweifel quält,
dass ich die Hoffnung bringe, wo Verzweiflung droht,
dass ich die Freude bringe, wo Traurigkeit ist,
dass ich das Licht bringe, wo Finsternis waltet.

Herr hilf mir, dass ich nicht danach verlange,
getröstet zu werden, sondern zu trösten.
Dass ich nicht danach verlange,
verstanden zu werden, sondern zu verstehen.

Dass ich nicht danach verlange,
geliebt zu werden, sondern zu lieben.
Denn: Wer gibt, der empfängt,
wer verzeiht, dem wird verziehen,
wer stirbt, der wird zum ewigen Leben geboren.

 

Verfasser unbekannt. Irrtümlich Franz von Assisi zugeschrieben. Mehr hier: http://www.franciscan-archive.org/franciscana/peace.html /

Barlachs Schwebender Engel

Foto: © wak

Ernst Barlach schuf im Jahr 1927 die bronzene Skulptur, die als „Schwebender Engel“, „Güstrower Ehrenmal“ oder „Der Schwebende“ bekannt geworden ist. Das Gesicht soll ein Porträt von Käthe Kollwitz sein. Die Originalplastik wurde 1937 aus dem Güstrower Dom entfernt und später eingeschmolzen, weil sie als so genannte „entartete Kunst“ galt. Heute existieren noch drei Nachgüsse.

Das Foto zeigt den Engel von Barlach in der Kölner Antoniterkirche. Darunter sind in der Platte die Daten des ersten Weltkrieges und die Zeit des sogenannten „Dritten Reiches“ zu sehen, so dass der Schwebende hier zu einem Friedensengel wurde. Im Hintergrund ist in der Nische mit dem Text „Vater vergib“ das Nagelkreuz von Coventry zu sehen, ein anderes Friedenssymbol.

Barlach selbst schrieb zu der Skulptur: „Für mich hat während des Krieges die Zeit stillgestanden. Sie war in nichts anderes Irdisches einfügbar. Sie schwebte. Von diesem Gefühl wollte ich in dieser im Leeren schwebenden Schicksalsgestalt etwas wiedergeben.“

 

Gottesdienst für die Unbedachten

gedenkenunbedachteFoto: © wak

Dienstag, 20. Dezember 2016

Gottesdienst für die Unbedachten

Datum: 20.12.2016
Ort: Antoniterkirche, Schildergasse 57, 50667 Köln
Beginn: 18:00
Würdevolle ökumenische Gedenkfeier für die Verstorbenen, die ohne Trauerfeier bestattet worden sind.
Mehr hier:

Gedenken an Unbedachte

Der November ist ein Monat, an dem an viele Tote gedacht wird: Allerheiligen, Allerseelen, der 9. November, Totensonntag…

Und es gibt Menschen, an die niemand (mehr) denkt. Für sie gibt es eine Kerze in der Kölner Antoniterkirche und ein Buch, in dem die Namen solcher  Menschen eingetragen sind.

gedenkenunbedachte

Komm doch zu mir, Engel der Schlafenden…

Aus: Mystik und Widerstand – Zur Erinnerung an Dorothee Sölle

Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Schwebende
Ernst Barlach  (1870 – 1938) / Dorothee Sölle (1929 -2003)

In der Kölner Antoniterkirche fand viele Jahre das „Politische Nachtgebet“ statt, das Dorothee Sölle mit geprägt hat.