Das Verlangen schafft einen Exzess

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Mystiker ist, wer nicht aufhören kann zu  wandern und wer in der Gewissheit dessen, was ihm fehlt, von jedem Ort und von jedem Objekt weiß: Das ist es nicht. Er kann nicht hier stehenbleiben und sich nicht mit diesem da zufrieden geben.

Das Verlangen schafft einen Exzess. Es exzediert, tritt über und lässt die Orte hinter sich. Es drängt voran, weiter, anderswohin. Es wohnt nirgendwo.

Michel  de  Certeau  (1925–1986)

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Sei dieser Augenblick

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Vertrau dein Leben dem Raum an,
in dem der Buddha wohnt.
Vertrau dein Leben an,
sei dieser Augenblick,
höre auf zu urteilen,
zu entfliehen,
das Leben zu analysieren,
sei es einfach.
Das ist die Wahrheit.
Sucht nicht anderswo nach der Wahrheit.

Dogen Zenji (1200 – 1253)

Mysterium wahren Einsseins

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Man sieht oft alte Menschen, in deren Gegenwart – so alt ihr Körper auch sei – die majestätische und schwerelose Eleganz einer Ballettänzerin innewohnt. Sie sind in das Mysterium wahren Einsseins eingedrungen. Sie sind eins mit sich selbst. Dieses Einssein ist die Essenz aller Zugehörigkeit; ohne diese verborgene Einigkeit aller Dinge wäre kein Zugehören möglich. Das Einssein ist auch das geheime Anderswo, in dem jetzt die Gegenwart all jener aufgehoben ist, die aus unserem Leben verschwunden sind; sie gewährleistet, dass die Abwesenheit keine Leere ist.

John O’Donohue (1956 – 2008) in: Echo der Seele. Von der Sehnsucht nach Geborgenheit

Sei dieser Augenblick

Vertrau dein Leben
dem Raum an,
in dem der Buddha wohnt.

Vertrau dein Leben an,
sei dieser Augenblick,
höre auf zu urteilen,
zu entfliehen,
das Leben zu analysieren,
sei es einfach.

Das ist die Wahrheit.
Sucht nicht anderswo
nach der Wahrheit.

Dogen Zenji (1200 – 1253)