Torweg der Stille jenseits aller Tätigkeit

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Der Eine Geist ist die reine Quelle, die allen Menschen innewohnt. Alle sich bewegenden Wesen, die vom Leben durchpulst sind, bestehen aus dieser Einen Substanz und unterscheiden sich nicht voneinander. Unsere ursprüngliche Natur ist in Wahrheit ohne die geringste Gegenständlichkeit. Sie ist leer, allgegenwärtig, schweigsam, rein. Sie ist herrlich und geheimnisvoll friedliche Freude, nichts anderes. Dieser reine Geist, die Quelle von allem, scheint für immer und auf alle mit dem Glanz seiner eigenen Vollendung. Volles Verständnis kann nur durch ein unausdrückbares Geheimnis kommen. Der Zugang zu ihm heisst der Torweg der Stille jenseits aller Tätigkeit.

Huang Po (um 850) in:  Der Eine Geist

Gefunden habe ich diesen Text hier: https://blog.nootheater.de

Eine Trennung von Gott ist unmöglich

Der Mensch muss beginnen, das einheitliche Prinzip des Menschen zu sehen und zu erkennen, dass es keine separaten Menschen oder separaten, getrennten Individuen gibt, sondern dass die gesamte “Idee Mensch” eins ist. Er muss wissen, dass die ganze Menschheit mit jedem anderen Teil der Menschheit verbunden ist, alle zusammengeschweißt durch das eine allgegenwärtige Licht Gottes, das alle als EINS zentriert und alle als EINS hervorruft. Erst wenn der Mensch weiß, dass Trennung von Gott, selbst für eine Sekunde, unmöglich ist, kann er beginnen, wirklich zu wissen.

Walter Russell (1871 -1963)

Leer, allgegenwärtig, still und rein

Unser ursprüngliches Buddha-Wesen ist, vom Standpunkt der höchsten Wahrheit, ohne das geringste Teilchen von Gegenständlichkeit. Es ist leer, allgegenwärtig, still und rein. Es ist herrliche und geheimnisvoll friedvolle Freude – nichts anderes. Dringe tief in es ein, indem du selbst dazu erwachst.

Huang Po (um 850)

Leer, allgegenwärtig, still und rein

Unser ursprüngliches Buddha-Wesen ist,
vom Standpunkt der höchsten Wahrheit,
ohne das geringste Teilchen von Gegenständlichkeit.

Es ist leer, allgegenwärtig, still und rein.

Es ist herrliche und geheimnisvoll friedvolle Freude –
nichts anderes.
Dringe tief in es ein,
indem du selbst dazu erwachst.

Huang Po (um 850)

Kehre ein in dein Herz

Ge- und Verbote haben uns als spirituelle Wesen nicht weitergebracht. Um konfessionelle Ge- und Verbote hinter uns zu lassen bedarf es der direkten, authentischen mystischen Erfahrung. Der „Nu“ – der gegenwärtige Augenblick ist die direkte Kontaktstelle zum Göttlichen. Hier und Jetzt ist Erfahrung möglich. Wenn wir diese Erfahrung denken, sind wir bereits getrennt.

Dies öffnet dem Menschen Raum und Zeit zur Gotteserfahrung in allem, was ihm begegnet. Gotteserfahrung wird möglich in allem, was wir tun und erleiden. Das Eigentliche liegt in der Erfahrung der göttlichen Wirklichkeit, aus der heraus die Interpretation meiner Religiosität und die Gestaltung meines Lebens kommen muss. Somit ist Gott nicht nur in der Moschee oder in der Kirche zu finden, sondern allgegenwärtig.  Der Mystiker Junus Emre hat dies so formuliert: „Illim illim bilmektir . . . Weisheit ist, Weisheit zu kennen. Kennst du dich selbst nicht, wie ist da Weisheit möglich. Hodscha, wenn du magst. geh‘ 100 mal auf Pilgerfahrt. Besser ist es, einzukehren in dein Herz.“

Mag. Dr. Phil. Gerhard K. Tucek in seinem Vortrag: Islamische Mystik und Weltverantwortung heute

Mehr hier: http://www.religionen.at/irtucek.htm

Gefunden habe ich diesen Hinweis hier:
http://seelengrund.wordpress.com/2013/01/25/egozentrifugalkraft/

Zeitlos und raumlos

Dinge entstehen im Gewahrsein, bleiben eine Weile und verschwinden wieder, kommen und gehen. Sie entstehen im Raum und bewegen sich in der Zeit. Aber der reine Zeuge kommt und geht nicht. Er entsteht nicht im Raum und bewegt sich nicht in der Zeit. Er ist, wie er ist; er ist allgegenwärtig und unveränderlich. Er ist kein Objekt da draußen, weshalb er auch niemals in den Strom der Zeit, des Raums, von Geburt und Tod eintritt. All dies sind Erfahrungen, Objekte, die kommen und gehen.
Aber das eigentliche Selbst kommt und geht nicht; es tritt nicht in diesen Strom ein. Man ist all dessen gewahr, weshalb man nicht darin verstrickt ist. Der Zeuge gewahrt den Raum, gewahrt die Zeit und ist deshalb frei von Raum, frei von Zeit. Er ist zeitlos und raumlos, die reinste Leere, in der Zeit und Raum ihren Auftritt haben.

Ken Wilber (*1947)

Suche nach Erleuchtung

In Ihrer Wahrnehmung ziehen Wolken, in Ihrem Geist ziehen Gedanken vorbei. Im Körper kommen Gefühle auf, und Sie sind Zeuge von all dem. Der Zeuge funktioniert bereits vollkommen, ist völlig da, völlig wach. Während Sie diese Seite betrachten, ist das erleuchtete Selbst bereits zu hundert Prozent anwesend. Es ist der erleuchtete GEIST, der genau in diesem Moment diese Worte liest: Um wie viel näher können Sie dem wohl noch kommen? Warum weggehen und den Suchenden suchen? Die große Suche nach Erleuchtung ist nicht nur eine Zeitverschwendung, sondern sogar eine kolossale Unmöglichkeit, denn das erleuchtete Selbst ist allgegenwärtig, ebenso wie der Zeuge dieses oder jedes anderen Moments.

Das ist der Grund, warum es im striktesten Sinne wirklich kein Erlangen der Erleuchtung, kein Finden des Selbst gibt. Und dennoch hat es natürlich den Anschein, dass es Menschen gibt, die dieser Tatsache gegenüber mehr erwacht sind als andere – wir können sie „erleuchtet“ nennen, und in gewisser Weise ist das wahr. Aber in Wirklichkeit wird in diesen Fällen die Erleuchtung nicht entdeckt, sondern es wird in profunder Weise erkannt, was bereits da ist. Als ob Sie in ein Schaufenster schauen und eine verschwommene Gestalt sehen, die Sie anstarrt. Sie drehen Ihren Kopf, bis Sie erkennen, wer es ist. Erschrocken erkennen Sie plötzlich: Es ist Ihr eigenes Spiegelbild im Fensterglas. Sie sehen sich selbst.

Ken Wilber (*1949)