… ihre Waffe ist allein die Wahrheit

Otto Pankok: Christus zerbricht das Gewehr / Bild: Archiv

Das Tragen von Waffen
ist den Christen nicht erlaubt,
denn ihre Waffe
ist allein die Wahrheit.

Lactantius (240 – 320)

Mehr hier: https://www.tolstoi-friedensbibliothek.de/2023/01/24/die-haltung-der-fruehen-christen-zum-krieg/

Siehe auch hier: https://www.tolstoi-friedensbibliothek.de/

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In meines Herzens Grunde

In meines Herzens Grunde
Dein Nam und Kreuz allein
Funkelt all Zeit und Stunde,
Drauf kann ich fröhlich sein.
Erschein mir in dem Bilde
Zu Trost in meiner Not,
Wie du, Herr Christ, so milde
Dich hast geblut‘ zu Tod!

Text: Valerius Herberger, 1631
Melodie: Melchior Teschner, 1614
Choral aus der Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach BWV 245, den Bach 1724 arrangiert hat

Ohne Wissen zu Gott streben

Foto: (c) wak

Wer auf mystische Weise Gott erkennen will, muss über alle Vernunfterkenntnis hinaus, auch sich selbst lassend, sich in die Dunkelheit werfen. Dann wird er finden, wie das, was der Verstand für unmöglich hält, nämlich das Zugleich von Sein und Nichtsein, die Notwendigkeit selbst ist.
Dionysius sagt, dass man, seine Erkenntnisse selbst mit Füßen tretend, ohne Wissen zu Gott streben muss, weil es dann zu jener Vereinigung kommt, in der es ohne Erkenntnis Gewissheit gibt, wo die Dunkelheit Licht und die Unwissenheit Wissenschaft ist.
Niemand kann auf mystische Weise Gott schauen als allein in der Dunkelheit des Ineinsfallens der Gegensätze.

Nikolaus von Kues (1401 – 1464)

Gott hält den Menschen nicht fest

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Der Mensch allein hat sich in alles hineinbegeben und kann derart das Schlimme, in das er geriet, auch wieder frei verlassen. Nichts außer ihm selber hemmt ihn, das Kind ist sündlos und nur fähig zu sündigen, man kann seinen Willen dazu wieder zurücknehmen. Nur wir haben die Dinge verquert, das aufgehäuft Böse darin ist machtlos, wenn wir ihm aufsagen, „der große Mensch“, sagt Münzer, nicht Gott hält ihn darin fest.

Ernst Bloch (1885 – 1977) in: Thomas Münzer als Theologe der Revolution

Wurzeln im Herzen der Ewigkeit

„Der ganze physische und geistige Kosmos ist ein einheitliches Ganzes, auch wenn dieses Ganze sich in sehr unterschiedlichen Aspekten darstellt.“ Durch einiges Zutun ist der Mensch auf der Erde angelangt, hat sich der Welt der Materie ausgeliefert, aber er wurzelt im „Herzen der Ewigkeit“. Um die Rückkehr in die Ewigkeit wieder zu erlangen, braucht er Hilfe. Darum ist es gut, dass er sich bewusst wird, dass dazu die Liebe von allergrößter Bedeutung ist. In den Worten von Bo Yin Ra: „In der Liebe allein wird euch Erlösung.“

Bô Yin Râ und die Natur

Magische Blätter. CIII. Jahrgang, Herbst 2022
Heft 23 | September 2022 | Thema: Naturphilosophie

Herausgeber: Verlag Magische Blätter, Ronnenberg
Schriftleitung: Organisation zur Umwandlung des Kinos

https://verlagmagischeblaetter.eu/publikationsreihe/monatsschrift-magische-bl%C3%A4tter

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Ich bin der ich bin

Ramana Maharshi / Foto: Archiv

Das Wesen des Geistes ist Gewahrsein oder Bewusstsein allein. Wird er jedoch vom Ego beherrscht, dann funktioniert er als Vernunft, Denken und Sinneswahrnehmung. Für das kosmische Bewusstsein, das nicht durch das Ego begrenzt wird, gibt es nichts von sich selbst Getrenntes, und es ist bloß gewahr. Das ist, was die Bibel mit „Ich bin, der ich bin“ meint.

Ramana Maharshi (1879 – 1950) in: Ramana Maharshi: Sei, was du bist. S. 67

Die Kerze anzuzünden ist das Gebet

Foto: (c) wak

Allein eine Kerze anzuzünden ist eines meiner liebsten Gebete. Ich meine damit nicht das Lesen von Gebeten bei Kerzenlicht. Die Kerze anzuzünden ist das Gebet. Da gibt es den Klang des aufflammenden Streichholzes, den Geruch des Qualms, nachdem man es ausgeblasen hat, die Art und Weise, in der die Flamme aufleuchtet und dann absinkt, beinahe ausgeht, bis ein Tropfen schmelzenden Wachses ihr die Kraft gibt, zu ihrer richtigen Größe heranzuwachsen und gleichmäßig zu leuchten. All dies und die Dunkelheit um meinen kleinen Lichtkreis ist Gebet.

David Steindl-Rast (* 1926)

Oberster Platz in der Wohnung unseres Herzens

Foto: (c) wak

Im Innersten des Herzens gibt es einen Raum, der erhabener ist als alle übrigen. Ihn bewohnt der Schöpfer und Erlöser, Jesus, der allein unvergleichlich schön ist. Er hält alles durch seine Güte zusammen, er allein ist in allem, er allein vor allem, er facht die Liebe in uns an und fordert Liebe, er beansprucht einen besonderen Platz, nicht nur einen bevorzugten, sondern den obersten, und nicht nur den obersten, sondern auch den innersten in der Wohnung unseres Herzens.

Aelred von Rievaulx (1110 – 1167) in seinem „Spiegel der Liebe“

Gefunden habe ich dieses Zitat hier: https://www.marienstern.de/de/zisterzienser/spiritualitaet

Üppiger Garten des Alleinseins

Um ein spirituelles Leben
führen zu können,
müssen wir den Mut aufbringen,
die Wüste der Einsamkeit zu betreten
und sie durch stetes Bemühen
in einen üppigen Garten des Alleinseins zu verwandeln.

Henri J.M. Nouwen (1932 – 1996)

Den Herzschlag des Weltalls vernehmen

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Mystik ist für mich, aufmerksam sein, nicht für die weit entfernten Warums, sondern für die lebendigen Wurzeln von Dingen und Menschen ganz in der Nähe. Den Rhythmus erleben, in dem ich und die anderen und die Welt schwindelerregend zusammenfallen und dann wieder einzeln sind. Immer mehr Türen, die sich auftun und gleichzeitig immer deutlicher alleine sein im eigenen Haus. Wesensverwandschaft und unendliche Entfremdung. Neue Augen, um das Leben in anderen Zusammenhängen zu sehen. Ohren, um den Herzschlag des Weltalls zu vernehmen.

Bruno-Paul de Roeck