Mich selbst vergessen können

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Ich trinke nicht
aus purer Freude am Wein –
und auch nicht,
um über den Glauben zu spotten.
Nein, ich trinke nur,
um mich selbst für einen Augenblick
vergessen zu können.
In Wirklichkeit erwarte ich nur das
von der Betäubung, ausschließlich das.

Omar Khayyam (1048 – 1131)

Mehr hier zu Alkohol und Spiritualität: https://alkoholundspirit.wordpress.com/

Alkohol und mystisches Bewusstsein

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Die Herrschaft des Alkohols über die Menschen liegt zweifellos in seiner Macht, die mystischen Fähigkeiten der menschlichen Natur anzuregen, die gewöhnlich durch die kalte Wirklichkeit und die unerbittliche Kritik der nüchternen Stunden erstickt werden. Die Nüchternheit verengt, trennt, verneint. Trunkenheit weitet, eint, bejaht. Sie bildet in der Tat einen mächtigen Antrieb zur Bejahung im Menschen. Sie führt von der kalten Außenseite in das Herz der Dinge hinein; sie eint für den Augenblick mit der Wahrheit. Nicht aus reiner Verderbtheit gehen die Menschen ihr nach. Den Armen und Ungebildeten ersetzt sie Symphonie-Konzerte und literarische Genüsse. Das trunkene Bewusstsein ist also nur eine bestimmte — freilich pathologisch bedingte — Teilerscheinung des mystischen Bewusstseins.

William James (1842 – 1910) in: Die Religiöse Erfahrung in ihrer Mannigfaltigkeit. Leipzig 1907, S. 362-363

Mehr zu Alkohol und Spiritualität hier: https://alkoholundspirit.wordpress.com/

43 Prozent trinken mehr als vor der Pandemie…

Lese ich gerade: „Daraus geht hervor, dass die Menschen im Vergleich zu der Zeit vor Corona deutlich häufiger zu Alkohol greifen: 43 Prozent der Teilnehmenden gaben an, mehr zu trinken als vor der Pandemie.
Als Hauptgrund für den erhöhten Konsum gab ein Großteil der Befragten an, schlicht mehr Zeit dafür zu haben (42 Prozent) und häufiger gelangweilt zu sein (41 Prozent). Ein Fünftel der Teilnehmenden begründete es außerdem damit, sich einsamer oder depressiver zu fühlen.“ https://www.spiegel.de/…/alkohol-englaender-und…
https://alkoholundspirit.wordpress.com/ – eine Antwort darauf…

Geistiger Durst des Menschen nach Ganzheit

„Seine Sucht nach Alkohol entspricht auf einer niedrigen Stufe dem geistigen Durst des Menschen nach Ganzheit, in mittelalterlicher Sprache: nach der Vereinigung mit Gott“. So hatte C.G. Jung an Bill W. geschrieben, den Gründer der Anonymen Alkoholiker (AA). Es ging um einen ehemaligen Patienten von ihm. Und Jung schloss den Brief mit den Worten: „Auf Lateinisch heißt Alkohol spiritus, und man verwendet dasselbe Wort für die höchste religiöse Erfahrung wie für das ins Verderben führende Gift. Die hilfreiche Formel lautet deshalb: spiritus contra spiritum.“

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William James: Mystik und Alkohol

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Der nächste Schritt in mystische Zustände führt uns in einen Bereich, den öffentliche Meinung und philosophische Ethik immer schon als pathologisch gebrandmarkt haben, während ihn die private Praxis und bestimmte lyrische Kreise anscheinend immer noch idealisieren. Ich meine den Bewusstseinszustand, der durch Gifte und Anästhetika, besonders Alkohol erzeugt wird. Die Macht des Alkohols über die Menschheit beruht ohne Frage in seinem Vermögen, die mystischen Fähigkeiten der menschlichen Natur zu stimulieren, die in den nüchternen Stunden von den kalten Fakten und der trockenen Kritik niedergehalten werden. Nüchternheit verkleinert, unterscheidet und sagt Nein; Trunkenheit erweitert, verbindet und sagt Ja. Sie ist in der Tat der große Ja-Erreger im Menschen. Sie bringt ihren Jünger von der kalten Peripherie der Dinge zum strahlenden Herzen. Für den Moment vereint sie ihn mit der Wahrheit. Die Menschen laufen ihr nicht aus bloßer Perversität nach. Für den Armen und Ungebildeten nimmt sie den Platz ein, den für uns Symphoniekonzerte und Bücher einnehmen; und es gehört zu den unergründlichen Geheimnissen und der Tragik des Lebens, dass vielen von uns nur der Hauch und der Schimmer dessen gewährt wird, was wir in den flüchtigen Anfängen zunächst als etwas Großartiges wahrnehmen, was als Ganzes jedoch eine erniedrigende Vergiftung ist. Das trunkene Bewusstsein ist ein Stück des mystischen Bewusstseins, und unser Gesamturteil über dieses Teilstück muss in unser Urteil über das größere Ganze eingebettet sein.

William James (1842 – 1910) in: Die Vielfalt religiöser Erfahrung. Eine Studie über die menschliche Natur. Frankfurt am Main/Leipzig 1997, S. 389-390

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Corona und Alkohol(ismus)

Upgrade Oktober 2020: https://alkoholundspirit.wordpress.com/

Corona und Alkohol(ismus), Psyche und Sucht

Vor längerer Zeit habe ich meinen Blog „alkoholundspirit“, die ich 2015 begonnen hatte,  auf „privat“ gestellt. Angesichts der aktuellen Entwicklungen um Corona ist er nun wieder online. Das hat viele Gründe, hier nur wenige davon:

– Der Alkoholverbrauch steigt seit Beginn der Coronaphase stark und damit die Gefahr, dass er zu Missbrauch oder Sucht führt;
– Hilfsangebote sind zur Zeit nur schwierig oder gar nicht erreichbar, viele Meetings können gar nicht stattfinden;
– Arbeit im Homeoffice erleichtert „heimliches“ Trinken am Arbeitsplatz
– Der Verzehr von Alkohol schädigt Organe und Immunsystem – macht also anfälliger für Corona…

„Zahlen des Marktforschungsinstuts GfK (Gesellschaft für Konsumforschung), die dem Spiegel vorliegen, zeigen etwa, dass die Deutschen zwischen Ende Februar und Ende März 34 Prozent mehr Wein kauften als in denselben Wochen im Jahr zuvor. Auch für Bier (11,5 Prozent), klare Spirituosen wie Gin oder Korn (31,2 Prozent), Sherry und Portwein (47,5 Prozent) und Alkoholmischgetränken (87,1 Prozent) nahmen die Einkäufe zu.

In anderen Ländern sieht der Trend ähnlich aus. In den USA stieg gemäß des Martkforschers Nielsen der Absatz von Alkohol in der letzten Märzwoche um 55 Prozent an. Auch in Spanien, Russland oder Brasilien kaufen die Menschen mehr Alkohol als gewöhnlich. …

‚Alkohol ist ein Zellgift, schädigt die Organe und schwächt das Immunsystem‘, sagt die Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Heidrun Thaiss.“

https://www.apotheken-umschau.de/Alkoholismus/Corona-Krise-daheim-Wie-viel-Alkohol-ist-normal-558607.html

„Insgesamt 3 Millionen Erwachsene zwischen 18 und 64 Jahren hatten im Jahr 2018 in Deutsch-land eine alkoholbezogene Störung (Missbrauch: 1,4 Millionen; Abhängigkeit: 1,6 Millionen). Etwa 74.000 Todesfälle jährlich werden allein durch Alkoholkonsum oder den kombinierten Konsum von Tabak und Alkohol verursacht. Experten und Expertinnen weisen im DHS Jahr-buch Sucht 2020 darauf hin, dass Alkoholkonsum immer riskant ist. Deshalb sollte möglichst wenig oder gar kein Alkohol getrunken werden. ..
Auf rund 57,04 Milliarden Euro pro Jahr beziffert der Gesundheitsökonom Dr. Tobias Effertz im DHS Jahrbuch Sucht 2020 (Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen) die ökonomischen Kosten des schädlichen Alkoholkonsums in Deutschland. Dem stehen Einnahmen des Staates aus alkoholbezogenen Steuern von nur 3,185 Milliarden Euro (im Jahr 2018) gegenüber.

Hier der Link: https://alkoholundspirit.wordpress.com/

Und wenn Sie mögen, können Sie gern Kontakt mit mir aufnehmen:

sarpashana24(at)gmx.de

William James: Mystik und Alkohol

Foto: © wak

Der nächste Schritt in mystische Zustände führt uns in einen Bereich, den öffentliche Meinung und philosophische Ethik immer schon als pathologisch gebrandmarkt haben, während ihn die private Praxis und bestimmte lyrische Kreise anscheinend immer noch idealisieren. Ich meine den Bewusstseinszustand, der durch Gifte und Anästhetika, besonders Alkohol erzeugt wird. Die Macht des Alkohols über die Menschheit beruht ohne Frage in seinem Vermögen, die mystischen Fähigkeiten der menschlichen Natur zu stimulieren, die in den nüchternen Stunden von den kalten Fakten und der trockenen Kritik niedergehalten werden. Nüchternheit verkleinert, unterscheidet und sagt Nein; Trunkenheit erweitert, verbindet und sagt Ja. Sie ist in der Tat der große Ja-Erreger im Menschen. Sie bringt ihren Jünger von der kalten Peripherie der Dinge zum strahlenden Herzen. Für den Moment vereint sie ihn mit der Wahrheit. Die Menschen laufen ihr nicht aus bloßer Perversität nach. Für den Armen und Ungebildeten nimmt sie den Platz ein, den für uns Symphoniekonzerte und Bücher einnehmen; und es gehört zu den unergründlichen Geheimnissen und der Tragik des Lebens, dass vielen von uns nur der Hauch und der Schimmer dessen gewährt wird, was wir in den flüchtigen Anfängen zunächst als etwas Großartiges wahrnehmen, was als Ganzes jedoch eine erniedrigende Vergiftung ist. Das trunkene Bewusstsein ist ein Stück des mystischen Bewusstseins, und unser Gesamturteil über dieses Teilstück muss in unser Urteil über das größere Ganze eingebettet sein.

William James (1842 – 1910) in: Die Vielfalt religiöser Erfahrung. Eine Studie über die menschliche Natur. Frankfurt am Main/Leipzig 1997, S. 389-390

 

Mit diesem Beitrag ist auf „Mystik aktuell“ nun eine neue Rubrik „Alkohol und Spiritualität“ zu finden. Die alte Webseite alkoholundspirit.wordpress.com wird nicht mehr fortgeführt.

 

alkoholundspirit – Stand der Dinge 01/2018

Inzwischen sind Drogen als deus ex machina erschienen, um dem sich selbst bewussten kartesianischen Bewusstsein die Möglichkeit zu geben, sein Selbst-Bewusstsein noch weiter auszudehnen, indem es scheinbar aus sich herausgeht. Mit anderen Worten: Die Drogen haben dem sich selbst bewussten Selbst einen Ersatz für metaphysische und mystische Transzendenz des Selbst geliefert. Vielleicht auch einen Ersatz für Liebe? Ich weiß es nicht.

Thomas Merton in „Weisheit der Stille – Die Geistigkeit des Zen und ihre Bedeutung für die moderne christliche Welt“. Bern/München 1975, S. 33

Das Zitat ist jetzt hinzugefügt unter der Rubrik „Gebete, Mantren, Inspirationen“ auf der Seite alkoholundspirit.wordpress.com

https://alkoholundspirit.wordpress.com/0-1-stand-der-dinge/

 

Alkohol und Spiritualität – auch 2018 fortgeführt

Screenshot der Seite

Auch 2018 wird in lockerer Folge die Seite Alkohol und Spiritualität fortgeführt.

Mehr hier:

https://alkoholundspirit.wordpress.com/

https://alkoholundspirit.wordpress.com/eine-seite/

https://alkoholundspirit.wordpress.com/0-1-stand-der-dinge/