Mangel an Sein

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Der leidenschaftliche, fanatische Glaube an Ideen und Führer – gleich welche – ist Götzendienst. Er entsteht aus einem Mangel an Mitte, an innerer Aktivität, an Sein. Das gleiche gilt für die große Liebe: Sie wird zum Götzendienst, wenn jemand glaubt, daß der Besitz eines anderen Menschen ihm die Antwort auf sein Leben gibt, ihm Gewißheit schenkt, zu seinem Gott wird.

Erich Fromm (1900 – 1980)

Mangel an Mitte

Der leidenschaftliche, fanatische Glaube an Ideen und Führer – gleich welche – ist Götzendienst. Er entsteht aus einem Mangel an Mitte, an innerer Aktivität, an Sein. Das gleiche gilt für die große Liebe: Sie wird zum Götzendienst, wenn jemand glaubt, daß der Besitz eines anderen Menschen ihm die Antwort auf sein Leben gibt, ihm Gewißheit schenkt, zu seinem Gott wird.

Erich Fromm  (1900 – 1980)

Fünf Prioritäten: Ruhe und Aktivität

Ruhe und Aktivität sollen in einem gesunden Verhältnis zueinander stehen. Bei der Gestaltung des Alltags können folgende Prioritäten helfen:

1. Genügend Schlaf
Nur ein ausgeschlafener Mensch kann in der Meditation hellwach sein und seine Aufgaben im Alltag erfüllen. Wenn Sie also schauen, wie die Meditation in Ihren Tagesablauf passt, streichen Sie nicht den nötigen Schlaf dafür, sondern überlegen Sie, welche unnützen Tätigkeiten oder ungute Gewohnheiten wegfallen können. Pflegen Sie eine gute Abendkultur.

2. Körper / Gesundheit
Geben Sie Ihrem Körper Bewegung und achten Sie auf eine gesunde Ernährung. Teresa von Avila sagt: „Sei gut zu Deinem Leib, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen“.

3. Gebet (Meditation; Self-awareness)
Ein ausgeschlafener und gesunder Körper kann besser beten. Deshalb steht das Gebet erst an 3. Stelle. Morgens ist für viele die beste Zeit für das Gebet. Die Pflichten nehmen einen noch nicht in Beschlag und der Tag bekommt gleich eine geistliche Ausrichtung.

4. Beziehungen
Die Zeiten für Familie, Freunde etc. müssen nicht lang sein. Schenken Sie den Mitmenschen jedoch dabei ihre volle Aufmerksamkeit. Schenken Sie zweckfreie Zeit. Seien Sie absichtslos da und präsent.

5. Arbeit
Auf Grund der Arbeit sollten die anderen Prioritäten nicht vernachlässigt werden. Das heißt zum Beispiel, dass Sie nicht Ihre Gebetszeit kürzen wegen der Arbeit. Seien Sie bei der Arbeit immer ganz bei der Sache.

 

Leicht bearbeitete Version, der hier gefundenen fünf Prioritäten:

http://haus-gries.de/kontemplativ_leben.html

 

Aufmerksam wurde ich auf die „fünf Prioritäten“ bei einem Vortrag von P. Michael Bordt SJ (Hochschule für Philosophie, München) in Gelsenkirchen

Siehe auch hier:

http://www.blueprints.de/glueck/fuenf-prioritaeten-jesuiten.html

Worte sind Gefäße

Die Voraussetzungen für den Seinsmodus sind Unabhängigkeit, Freiheit und das Vorhandensein kritischer Vernunft. Sein wesentlichstes Merkmal ist die Aktivität, nicht im Sinne von Geschäftigkeit, sondern im Sinne innerer Aktivität, dem produktiven Gebrauch menschlicher Fähigkeiten, Sein heißt, seinen Anlagen, seinen Talenten, dem Reichtum menschlicher Gaben Ausdruck zu verleihen, mit denen jeder – wenn auch in verschiedenem Maß – ausgestattet ist.
Es bedeutet, sich selbst zu erneuern, zu wachsen, sich zu verströmen, zu lieben, das Gefängnis des eigenen isolierten Ichs zu transzendieren, sich zu interessieren, zu geben.
Keines dieser Erlebnisse ist jedoch vollständig in Worten wiederzugeben. Worte sind Gefäße, die wir mit Erlebnissen füllen, doch diese quellen über das Gefäß hinaus. Worte weisen auf Erleben hin, sie sind nicht mit diesem identisch.

Erich Fromm (1900 – 1930)

Mitgefühl aus der Fülle

Aus der Fülle erwächst das Mit-Empfinden mit allem. Jesus lebt in Fülle, in Stille, in Gebet, in Hingabe, in absoluter Bedingungslosigkeit und in absolutem Dasein, er weicht nicht zurück.
Und aus dieser Fülle erwächst Mitgefühl als natürliche Aktivität der Fülle, als natürliche Schwingung.
Sei also in Frieden und fürchte dich nicht!

Pyar Troll-Rauch (*1960)

Ruhig bleiben

Lass dich weder
von der quälenden Bürde
der langen Reihe von Gedanken
zum Narren halten,
die niemals wahr werden,
noch von Aktivitäten der Zerstreuung,
die ebenso wenig
ein Ende nehmen,
wie Wellen auf dem Wasser:
Bleib trotz allem ruhig.

Patrul Rinpoche (1808 – 1887)

Befreiung des Geistes

Die Sicht betrifft den Geist an sich:
Erkenne seine wahre Natur.

Die Meditation betrifft die leuchtende Klarheit:
Lass ihren Glanz sich voll entfalten.

Das Verhalten betrifft die illusorischen Phänomene:
Integriere alles, was erscheint, in den Weg.

Die Erfahrung ist die des Realen, das sich manifestiert:
Durchtrenne jegliches Anhaften von der Wurzel her.

Das Ergebnis ist ganz natürlich vorhanden:
Löse dich von Hoffnungen und Befürchtungen!

Die Aktivität des Erwachens besteht darin,
zum Wohl der anderen zu wirken:
Leite sie mit Mitgefühl.

Longchen Rabjam (1308 – 1363)

Meister Eckhart-Seminar: Gott ist Liebe

seminarmeistereckhart

Meister Eckhart ist eine außergewöhnliche und charismatische Gestalt in der deutschen Geistesgeschichte. In seinen Predigten offenbart sich ein unmittelbarer Zugang zu der Erfahrung der göttlichen Seinsebene. Meister Eckart hat höchste Spiritualität und erfolgreiche Aktivität in seiner Person und in seinem Leben integriert.

Dazu wird nun vom 27. – 29. September 2013 ein Seminar angeboten. Die Zielsetzung  ist es, sich an Hand einer geführten Interpretation ausgewählter Texte zu dem Thema „Gott ist Liebe“ für eine ganz persönliche Erfahrung zu öffnen.

Referenten:
Lothar Heggmair, Dipl. Phys., Mitglied der Society for Meditation and Meditation Research und der Meister Eckhart Gesellschaft, freiberuflicher Meditationslehrer mit Erfahrungsschwerpunkt auf dem Gebiet der Auswirkungen von Meditation auf Physiologie und Gehirn.

Prof. Dr. Ernst Hellgardt, Ludwig-Maximilians-Universität München Department I – Germanistik. Prof. Dr. Freimut Löser, Lehrstuhl für deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters an der Universität Augsburg, Gründungsmitglied und Vizepräsident der Meister Eckhart Gesellschaft.

Dr. Karl Heinz Witte, Psychologischer Psychotherapeut, Psychoanalytiker, Promotion und Forschung über Meister Eckhart, Gründungsmitglied der Meister Eckhart Gesellschaft

Kontakt:

Lothar Heggmair
Telefon: 089 89218278 oder Mobil: 0173 3 707060
oder per Email: lothar.heggmair@t-online.de

Kursort und Übernachtungen:

Haus Sankt Ulrich
Kappelberg 1
86150 Augsburg
Telefon: 0821 / 31 52 – 0
Telefax: 0821 / 31 52 – 263
Internet: http://www.haus-st-ulrich.de

 

Mehr hier:

http://www.meister-eckhart-gesellschaft.de/download/Eckhart-Seminar-2013.pdf

Vollkommene Harmonie

Die wahre Natur des wu-wei (kein Geist) ist nicht bloße Inaktivität, sondern vollkommenes Handeln – vollkommen, weil es ohne Aktivität handelt. Mit anderen Worten: es ist kein Handeln, das unabhängig von Himmel und Erde und im Konflikt mit der Dynamik des Ganzen erfolgt, sondern in vollkommener Harmonie mit dem Ganzen.

Chuang-tzu (um 365 v.u.Z.- 290)

Voraussetzungen für den Seinsmodus

Die Voraussetzungen für den Seinsmodus sind Unabhängigkeit, Freiheit und das Vorhandensein kritischer Vernunft. Sein wesentlichstes Merkmal ist die Aktivität, nicht im Sinne von Geschäftigkeit, sondern im Sinne innerer Aktivität, dem produktiven Gebrauch menschlicher Fähigkeiten, Sein heißt, seinen Anlagen, seinen Talenten, dem Reichtum menschlicher Gaben Ausdruck zu verleihen, mit denen jeder – wenn auch in verschiedenem Maß – ausgestattet ist.
Es bedeutet, sich selbst zu erneuern, zu wachsen, sich zu verströmen, zu lieben, das Gefängnis des eigenen isolierten Ichs zu transzendieren, sich zu interessieren, zu geben.
Keines dieser Erlebnisse ist jedoch vollständig in Worten wiederzugeben. Worte sind Gefäße, die wir mit Erlebnissen füllen, doch diese quellen über das Gefäß hinaus. Worte weisen auf Erleben hin, sie sind nicht mit diesem identisch.

Erich Fromm (1900 – 1930)