Ein kostbarer, noch zu hebender Schatz…

…Ich verehre Simone Weil, sie ist eine geistige Riesin, anders kann ich es nicht sagen – ihre Cahiers, ihre Essays und ihr letzter, unvollendeter Text „Die Einwurzelung“ sind monumentale Arbeiten, die noch nicht wirklich ausgeschöpft sind, ähnlich wie die Schriften Jacob Böhmes. Sie war politisch aktiv, arbeitete in Fabriken und lehrte an Universitäten, und sie hat auf ihrer Suche die gesamte metaphysische Weltliteratur studiert und analysiert und ihre wahrhaft radikalen Folgerungen daraus gezogen. Sie ist für mich, wie Jacob Böhme, ein kostbarer, noch zu hebender Schatz, eine eigentlich zukünftige Gestalt…

In: Der Mensch ist ein Doppelagent. Fragen von Marcelle De Michiel an Ronald Steckel

Erschienen in: „Magische Blätter“ CI. Jahrgang, Februar 2020, Heft 1. Mehr hier: https://verlagmagischeblaetter.eu/

Veränderung zum Guten ist möglich

Wir alle dürfen zuversichtlich sein, dass eine Veränderung zum Guten tatsächlich möglich ist. Die Hirnforschung hat bewiesen, dass sich bis ins hohe Alter auch lang praktizierte Verhaltens- und Denkmuster wandeln lassen, was natürlich voraussetzt, dass der Mensch das anstrebt und aktiv daran mitwirkt.

Wer diesen Weg geht, für den gibt es viele Methoden, die ihm bei seiner Transformation helfen können – von Meditation bis Therapie. Dabei gilt: Man sollte nie zu ungeduldig werden oder „pushen“. Ich habe sehr großen Respekt vor der Weisheit der Seele, die immer nur so viel preisgibt und offenbart, wie sie auch in der Lage ist zu verarbeiten.

Pyar Rauch (*1960)

Das ganze Interview, das Marlies Burghardt mit Pyar geführt hat, kann unter dem Titel „Transformation – Das Positive nähren“ hier nachgelesen werden:

https://www.sein.de/transformation-das-positive-naehren/

Solidarität mit allen lebenden Wesen

Die Entdeckung und Entstehung der Verbindung zwischen den Religionen und Kulturen der Erde sind wichtige Elemente der Interspiritualität. Das aktive Engagement für diese größere Gemeinschaft ist an sich bereits eine neue Art von Spiritualität. Alle Menschen, die an dieser interspirituellen Gemeinschaft mitarbeiten, sind – ob sie sich dessen bewusst sind oder nicht – damit beschäftigt, diese neue Form des spirituellen Lebens zu entwickeln.

Das Wachstum der gemeinschaftlichen Bande zu fördern, ist eine notwendige spirituelle Aktivität. Es ist ein Akt der Solidarität mit allen lebenden Wesen, ein Akt selbstlosen Dienens und der Prophetie.

Wayne Teasdale (1945 – 2004)

Viele Wege

Wer sich mehr für das aktive Leben eignet, kann die aktive Lebensweise benutzen, um sich auf die Kontemplation vorzubereiten, und wer besser für das kontemplative Leben geeignet ist, kann sich einem aktiven Leben widmen, um seine Fähigkeit zur Kontemplation noch zu steigern.

Thomas von Aquin (1225 -1274)

Mitgefühl

Mitgefühl ist niemals wahres Mitgefühl, wenn es nicht aktiv wird. Avalokiteshvara, der Buddha des Mitgefühls, wird in der tibetischen Ikonographie häufig mit tausend Augen abgebildet, die das Leid in allen Winkeln des Universums erkennen, und mit tausend Armen, die seine Hilfe überallhin bringen.

Sogyal Rinpoche (*1948)

Neue Form spirituellen Lebens

Die Entdeckung und Entstehung der Verbindung zwischen den Religionen und Kulturen der Erde sind wichtige Elemente der Interspiritualität. Das aktive Engagement für diese größere Gemeinschaft ist an sich bereits eine neue Art von Spiritualität. Alle Menschen, die an dieser interspirituellen Gemeinschaft mitarbeiten, sind – ob sie sich dessen bewusst sind oder nicht – damit beschäftigt, diese neue Form des spirituellen Lebens zu entwickeln.

Das Wachstum der gemeinschaftlichen Bande zu fördern, ist eine notwendige spirituelle Aktivität. Es ist ein Akt der Solidarität mit allen lebenden Wesen, ein Akt selbstlosen Dienens und der Prophetie.

Wayne Teasdale (1945 – 2004)

Die Buddhanatur begreifen

Die sogenannten primitiven Völker haben sich die tiefen Schichten des Gehirns aktiv erhalten. Indem wir unsere Art von Zivilisation entwickelt haben, haben wir zwar den Intellekt geschult, verfeinert und verkompliziert, aber die mit dem Inneren Kern des Gehirns verbundene Kraft, Intuition und Weisheit vergessen. Gerade aus diesem Grund ist Zen ein unschätzbarer Wert für den Menschen von heute, zumindest für denjenigen, der Augen hat zu sehen und Ohren zu hören. Durch die regelmässige Übung von Zazen wird ihm die Chance gegeben ein neuer Mensch zu werden und zum Ursprung des Lebens zurückzukehren. Er kann den normalen Zustand des Körpers und Geistes (die eins sind) erlangen, indem er das Sein an der Wurzel packt.
Beim Sitzen in Zazen lässt man die Bilder, die Gedanken, die geistigen Gebilde, die aus dem Unterbewussten auftauchen, vorbeiziehen wie Wolken am Himmel – ohne sich ihnen zu widersetzten, ohne sich an sie zu klammern. Wie Schatten vor einem Spiegel zieht alles vorbei, was aus dem Unterbewusstsein ausströmt, kehrt wieder und zerrinnt. Man gelangt zum tiefen Unbewusstsein, ohne Gedanken, jenseits allen Denkens, zur wahren Reinheit.
Zen ist sehr einfach und gleichzeitig sehr schwer zu verstehen. Es ist eine Sache der Anstrengung und Wiederholung – wie das Leben. Wenn beim Sitzen ohne Umschweife, ohne Zweck- und Profitstreben die Haltung, die Atmung und die Geisteshaltung in Harmonie miteinander sind, dann versteht man das wahre Zen, dann begreift man die Buddhanatur.

Taisen Deshimaru (1912 – 1982)