Heinrich Böll als kritischer Katholik

Ein weites Feld, könnte man sagen, wenn es um das Verhältnis von Heinrich Böll zur katholischen Kirche geht. Zwischenzeitlich bezeichnete er sich als LiKaKi, als Linkskatholischer Kirchgänger. Aber gespannt war diese Beziehung wohl immer.

Ein Ausdruck davon war der Beitrag den Heinrich Böll, der dieses Jahr 100 geworden wäre, für die Festschrift des Jesuiten Karl Rahner geschrieben hatte. Im August 1973 schickte er den Text an die Herausgeber, doch in der Festschrift erschien der Artikel nicht. Nachgefragt antwortete mir Heinrich Böll mit diesem Brief:

boell080575

Der Beitrag erschien dann später doch noch in der Zeitschrift Publik Forum 4(1975), Nr. 12, S. 3 – 5.

Wie verletzt sich Böll durch Teile der Katholischen Kirche fühlte, macht m.E. der Absatz deutlich, in dem er schreibt:

„… weil ich keine Lust habe, Anlass oder Einstig irgendeines ‚Skandals‘ in einem Milieu zu sein, dessen Presse, die widerwärtigste ist, die ich kenne…“

 

 

 

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Brücke um ans andere Ufer zu gelangen

Selbst wenn ein Mensch hundert Jahre alt wird,
Ist doch sein Leben wie schwimmendes Wassergras,
ostwärts, westwärts, ohne eine Zeit der Ruhe.
Shakyamuni entsagte seiner adligen Herkunft
und widmete sein Leben,
Um andere davor zu bewahren sich selbst zu zerstören.
Achtzig Jahre auf dieser Erde,
Fünfzig Jahre das Dharma verkündend,
Schenkt er die Sutren als ein ewiges Erbe;
Selbst heute noch eine Brücke.
um ans andere Ufer zu gelangen.

Ryokan (1758 – 1831)