Einheit im Seelengrund

Im Zen ist diese Einheit Identität, die schon existiert, bevor man etwas davon weiß, und daher nur zum Bewusstein gebracht werden muss.

Im christlichen Bereich, so bei Eckhart, geht es um die Einheit des Menschen mit Gott; sie kann daher niemals bis zu einer Identität vorangetrieben werden. Aber Eckhart treibt sie soweit voran, wie es gerade noch möglich ist, ohne dass eine Identität behauptet wird.

Fragen wir, wo diese Einheit zwischen Gott und Mensch vollzogen wird, so antwortet Eckhart: Sie vollzieht sich im Seelengrunde, indem der Seelengrund in den göttlichen Urgrund eingeht. So wie das ewige Ich, das noch, bevor Seele und Leib mit ihm verbunden wurden, aus dem göttlichen Urgrund geboren wurde, so muss auch der Geist des Menschen in diesen göttlichen Urgrund zurückkehren.

Hugo Makibi Enomiya-Lassalle (1898 – 1990)

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2 Gedanken zu “Einheit im Seelengrund

  1. S. Meerbothe schreibt:

    Die Worte von Meister Eckhart erinnern mich an etwas, das ich im TAO gelesen habe. Diese Einheit spürt man demnach dann, wenn man das Denken abschaltet (was ja bekanntlich nicht so leicht ist), weil das Ich im Sinne von Ego nur der Verstand ist, welcher widerrum, den Weg zum Tao blockiert. Versteht man so, was ich sagen will? Ich finde, das ist schwer zu beschreiben 🙂

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