Begreifen, was du Gott nennst

Wenn dir der Gedanke kommt,
dass alles,
was du über Gott gedacht hast,
verkehrt ist,
und dass es keinen Gott gibt,
so gerate darüber nicht in Bestürzung.
Es geht allen so.
Glaube aber nicht,
dass dein Unglaube daher rührt,
dass es keinen Gott gibt.
Wenn du nicht mehr an den Gott glaubst,
an den du früher glaubtest,
so rührt das daher,
dass in deinem Glauben etwas verkehrt war,
und du mußt dich bemühen,
besser zu begreifen, was du Gott nennst.
Wenn ein „Wilder“ an seinen hölzernen Gott
zu glauben aufhört,
heißt das nicht, dass es keinen Gott gibt,
sondern nur, dass er nicht aus Holz ist.

Leo Tolstoj (1828 – 1910)

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2 Gedanken zu “Begreifen, was du Gott nennst

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