Die Sehnsucht ausrichten

Notwendig ist, die Sehnsucht auszurichten, die Wahrheit selbst, die Freiheit selbst zu wollen und nicht ihre Ersatzstoffe. Diese Ersatzstoffe wie Geld, Macht, Ruhm, Beziehung, wie Gutsein, selbst ein Schwelgen in ekstatischen und himmlischen Zuständen können ja nicht wirklich und vor allem nicht dauerhaft befriedigen.
Jetzt im Schreiben fällt mir Jesus ein, der sagte: „Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motten sie fressen und Diebe sie nicht stehlen. Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz“. Auch dies ist ein Satz, den ich erst jetzt verstehe. Erst jetzt verstehe ich, dass nichts, gar nichts gegen Geld, Beziehungen und die schönen Dinge des Lebens einzuwenden ist. All dies sind Dinge, die genossen werden wollen, wenn sie vorhanden sind, man muss sie nicht wegwerfen, man soll sie nicht wegwerfen. Nicht diese Dinge hindern. Was hindert ist, wenn wir unser Herz daran hängen, unsere Sehnsucht danach ausrichten und darüber unsere eigentliche Sehnsucht vergessen.

Aber tausche nicht die Wahrheit für eine irgendgeartete Erfahrung ein und lehne sie nicht wegen einer irgendgearteten Erfahrung ab! Gib dich nicht zufrieden mit einer Vorstellung von Wahrheit und Freiheit, gib dich nicht mit dem Land der Glückseligen zufrieden. Und gib dich auch nicht mit mentalem Verstehen zufrieden, denn was man intellektuell verstehen kann, kann zwar sehr weit gehen – es kann genau bis an die Grenze der Transzendenz führen, kann uns sogar an diese Grenze treiben, kann uns bis an den Rand des Erkennens von Unendlichkeit leiten, aber dann muss sich das mentale Denken selbst ad absurdum führen, es muss erkennen, dass die eigentliche Realisation über Logik hinausgeht. Nun muss der Verstand seine Unfähigkeit weiterzugeben einsehen und sich der Erkenntnis der Wahrheit, die weit hinausgeht über alles Denkbare, beugen, er muss demütig werden und kann dann wissend, dass er nichts weiß, wissend, dass er nicht verstehen kann, im Dienst der Wahrheit stehen. Das macht dem Verstand übrigens viel Spaß!

Pyar Rauch (*1960)

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2 Gedanken zu “Die Sehnsucht ausrichten

  1. Fuzzylogic schreibt:

    yap, wonach ich mich aus tiefstem Herzen sehne, dazu habe ich Resonanz. DAS ziehe ich an!

    ☆ „Wahrer Glaube ist keine Vorstellung, sondern ein realer essentieller Hunger, ein anziehendes magnetisches Begehren des Christus [der universellen Kraft des Christus, Tao, Âtman…], welches, wenn es vom Samen der göttlichen Natur in uns ausgeht, sie anzieht und sich mit ihr vereint.“ — William Law (1686-1761)

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  2. Fuzzylogic schreibt:

    Original-Zitat:

    ☆ „Faith is not a notion, but a real strong essential hunger, an attracting magnetic desire of Christ, which as it proceeds from a seed of the divine nature in us, so it attracts and unites with it.“ — William Law (1686-1761)

    gefunden bei: Bibliotheca Philosophica Hermetica – The Ritman Library, Amsterdam
    http://www.ritmanlibrary.com/

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