Ein Edelstein…

Ein Edelstein liegt oft in unscheinbarer Hülle. Anderes Gestein liegt darüber, macht ihn unsichtbar und unschön. Diese anderen Schichten wollen entfernt sein, soll der Edelstein in seiner Klarheit leuchten. Er muss geschliffen werden, damit er in seiner Schönheit strahlt. Entfernen des Hinderlichen, das ist die Methode, damit das Schöne zum Strahlen kommt. Entfernen des Hinderlichen, das ist die Methode für den Weg zu Gott.

Dionysius Areopagita (5. Jh.)

6 Gedanken zu “Ein Edelstein…

  1. Wollen die anderen Schichten wirklich entfernt werden oder ist dies nur die Vorstellung von Dionysius Areopagita? Und wer sagt denn, dass der Edelstein das Schöne ist und das Geröll das Hinderliche? Wieder Dionysius Areopagita. Ist das Entfernen des angeblich Hinderlichen wirklich der Weg zu Gott oder ist nicht das Erkennen der Schönheit auch der unscheinbaren Hülle sowie das Erkennen, dass es nie ein Hindernis gegeben hat, die einzig wahre Nicht-Methode für den Nicht-Weg zu Gott.

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    • Doch, denke schon. Es geht doch um Tieferes. Immer. So wie hier: „So etwa wie ein Bidhauer, um zu einer Wesensgestaltung zu gelangen, mit Hammer und Händen den Marmor von aller Materie reinigen muss, die dem reinen Anschauen der in ihm noch gänzlich verborgenen Form im Wege stünde: unsere einzige ausführbare Tat ist das Wegräumen solcher materieller Hindernisse! Nur dies negative Aberkennen kann uns erlauben, die verhüllte Schönheit des unbekannten Bildes zu offenbaren.“ Leonardo da Vinci (1452 – 1519) Nicht Dionysius 😉 LG Werner Anahata

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  2. Vielen Dank für deine Antwort, lieber Anahata! Ich denke verstehe, was Dionysius Areopagita und Leonardo da Vinci sagen wollen.

    Dionysius Areopagita meint: „Entfernen des Hinderlichen, das ist die Methode für den Weg zu Gott.“ Und Leonardo da Vinci spricht von einer verborgenen Form, von einem Bild.

    Gott aber ist keine Form, kein Bild oder eben alle Formen und alle Bilder und dann ist er auch das angeblich Hinderliche. Wenn es nichts gibt außer Gott, was gäbe es dann noch zu tun, außer genau das zu sehen? Dies allerdings wäre kein Tun, sondern ein Gnadengeschehen. Lieben Gruß vom Nitya

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  3. Hans-Jürgen schreibt:

    Der Weg der Reinigung geht auch ein wenig sanfter:
    Durch die „Feile Gottes“
    Dazu das Gebet von Br. Klaus:

    Oh, mein Gott, nimm alles von mir, was mich hindert zu Dir.
    Oh, mein Gott, gib alles mir, was mich fördert zu Dir.
    Oh, mein Gott, nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen Dir.
    Amen.
    Bruder Klaus von Flüeli Ranft

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  4. Hallo, Hans-Jürgen Wertens, das Gebet von Bruder Klaus ist sicher dicht, klar und zeigt einen Weg auf. Ich habe Dionysius Areopagita allerdings nicht so verstanden, dass er etwas über die Intensität aussagen würde. Sanft oder unsanft schien mir da offen gestanden keine Kategorie zu sein, über die etwas ausgesagt wird.
    Lieben Gruß! Werner Anahata

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    • HJ. Wertens schreibt:

      Ja, Du hast recht, Werner, ich war nicht achtsam genug. Ich habe spontan geantwortet – im Hintergrund haben sicher meine Erfahrungen im Holzschnitzen und im Steinmetzen mit eine Rolle gespielt –

      Siehe dazu den selig gesprochenen Bruder Firminus Wickenhäuser OFM – Bildhauer (1876-1939) – sein Grab ist in der Oststr. im Franziskanerkloster von Düsseldorf:

      Gott ist der Bildhauer, wir der spröde
      Momorblock.
      Er nimmt den Meißel und muss tüchtig
      darauf losschlagen,
      und manches Stück muss herunterfallen,
      bis der Heilige herauskommt.

      Lasst uns ausreißen,
      was nicht Gott zugeneigt ist,
      und unbarmherzig mit Hammer und Meißel
      täglich herunterhauen,
      wie ich jetzt an einem Stein rücksichtslos
      schon sechs Wochen lang herum haue.

      So arbeitet der liebe Gott an unsere Seele,
      damit das Bild Christi in ihr herauskommt.

      So behutsam und sorgfältig modelliert
      Gott an uns,
      um uns nach dem Bilde seines Sohnes
      gleichförmig zu machen.

      Ich will immer eingedenk sein,
      täglich dem Bilde Jesu Christi
      ähnlicher werden.

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